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hatte, aus dem Saale hinausdraͤngten, faſt eilig hinaus⸗ draͤngten, als waͤre es hier, wohin ſie noch kurz vorher ge⸗ waltſam geſtrebt hatten, ſchauerlicher denn anderswo, ſah ſich die Regentin ſtarren Auges im Kreiſe um, und fiel, in⸗ dem ſie die Hand nach Budeé ausſtreckte, ihrer Tochter Mar⸗
garetha, von Neuem laut aufſchluchzend, in die Arme.—
Dieſe Bewegung gegen Budé hin war keine unwill⸗ kuͤhrliche geweſen: ſie gehoͤrte zu den Naturen, welche un⸗ bekuͤmmert um das, was im Wege ſtehen könnte, jederzeit da, wo es ſich um Weſentliches handelt, dem natuͤrlichen Drange folgen, und fuͤr welche es in Augenblicken der Kriſis keinerlei Convenienz, keinerlei Ruͤckſicht giebt. Sie bat Budè nicht um Verzeihung, daß ſie ihn kurz vorher mit dem Tode bedroht hatte, nein, ſie dachte jetzt, als ſie ihm die Hand hinſtreckte, mit keiner Sylbe an das, was der ſchreck⸗ lichen Nachricht vorausgegangen war, ſie wußte nur noch dieſe Nachricht und Bude's Anblick erinnerte ſie daran, daß er einer der treuſten Freunde ihres Sohnes, und fur dieſen ſtets werth und belebend ſei. Meinem Sohne muß auf jede moͤgliche Weiſe geholfen werden! Das allein war ihr Ge⸗ danke, und zu dieſem Gedanken gehoͤrten Budé und Mar⸗ garetha.—
„Eilt zu ihm!“ rief ſie denn auch, als ſie vor Schluch⸗ zen wieder ſprechen konnte,„damit ihm einiger Troſt werde, damit er ſich nicht der Melancholie hingebe— ach, mein armer Franz!— Nehmt die Chateaubriant mit Euch, ihr Anblick wird ihn erfreun— ich ſelbſt, ich will auf der Stelle an den Kaiſer ſchreiben, und ihn beſchwoͤren— da ſteht ja der Ungluͤcksbote noch“—


