Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

175

Roſſes. Dieſer Hufſchlag ſchien die Pariſer Buͤrger in ge⸗ ſpannte, ſchweigende Aufmerkſamkeit verſetzt zu haben. Ein uͤber und uͤber mit Koth beſpruͤtzter Reiter flog um die Ecke, bog in's Thor des Hötels, und ſtuͤrzte mit dem er⸗ ſchoͤpften Pferde inmitten des Hofes, deſſen große Steine waſſerglatt waren, raſſelnd zu Boden. Ehe man ihm bei⸗ ſpringen konnte, war er ſchon auf den Fuͤßen und auf dem Wege nach der ſchmalen Treppe, das arme Thier ſeinem Schickſale uͤberlaſſend, und an ſeiner ledernen Botenta⸗ ſche heftelnd, als muͤſſe ſie geoffnet ſein, ehe er die Treppe erſtiegen. Lautlos aber einmuͤthig draͤngten ſich alle Buͤr⸗ ger hinter ihm her die Treppe hinauf man ſah dies Alles vom Saale herab kommen, denn auch dort war Je⸗ dermann an's Fenſter geeilt, und weder Regentin noch ſonſt Jemand achtete in dieſem Augenblicke auf die nach⸗ dringende Maſſe oder auf ſonſt etwas: die Botſchaft des Kouriers verſchlang allen andern Antheil, und auf einen Wink der Regentin, welche uͤbrigens, ſchrecklicher Nach⸗ richt gewaͤrtig, regungslos ſtehen blieb, wurde der be⸗ ſudelte Reiter ſogleich mitten in den Saal gelaſſen.

Er uͤberreichte der Regentin einen breit gefalteten Brief, und waͤhrend dieſe, ihn oͤffnend, ausrief: Er lebt, Gott ſei Dank! es iſt die Schrift meines Sohnes! fragte er, wo er ein zweites, fuͤr den Herrn Kanzler Budé beſtimmtes Schreiben abgeben koͤnne. Waͤhrend Budé es in Empfang nahm, und die Pariſer Buͤrger in den Saal drangen, hatte die Regentin den Brief geoͤffnet, und wollte ihn eben mit begierigen Augen überleſen, als wiederum die magre Hand Duchatels ſie beruͤhrte, und dieſer unter