Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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ſchien, oͤffnete ohne auf Margaretha's Ruf zu achten das Fenſter. 4

Ich beſchwoͤre Dich im Namen unſeres Familiengluͤcks, liebe Mutter, ſagte Margaretha haſtig, aber leiſe zur Regentin, regiere Deinen Zorn, er iſt Franz theuer, und Franz vergiebt Dir nie, wenn Du dem Ungeſtuͤme einer boͤſen Stunde folgſt, und ihm einen Mann toͤdteſt, der ihm Freund und von unſchaͤtzbarem Werthe, und den er auch um das groͤßte Verbrechen nicht toͤdten ließe Du verlierſt Deinen Sohn, wenn Du jetzt Deinem Zorne folgſt!

Schweig! entgegnete Louiſe, und blickte nach dem geoͤffneten Fenſter, von welchem ſich Florentin ſo eben ei⸗ lig zuruͤckzog, weil er mit einem Hagel von kleinen Stei⸗ nen dergeſtalt begruͤßt worden war, daß er nicht ſchnell genug hatte beiſeit kommen koͤnnen, und daß Blut uͤber ſein Antlitz herunter ſchoß.Kanaillen von Manants! ſchrie die Regentin auf und wandte ſich, eine leidenſchaft⸗ lich beherzte Frau, ſelbſt nach dem Fenſter. Unerwartet wurde ſie von einer magern Hand feſtgehalten. Der ehr⸗ wuͤrdige Biſchof Pierre Duchatel war eingetreten und hatte ſie ergriffen; er genoß damaliger Zeit bei allen Parteien des groͤßten Anſehns, und dies Anſehn war auch fuͤr die Regentin von Ehrfurcht gebietender Macht. Seine plöͤtz⸗ liche Erſcheinung, die ſie in ihrer Zornesbewegung nicht bemerkt hatte, trug dazu bei, daß ſie einen Augenblick verſtummte, und ihm zum Sprechen Zeit ließ.

Gnaͤdigſte Herrin, ſprach er langſam,Euer Leben darf nicht ſo gefaͤhrlichem Zufalle ausgeſetzt werden, es iſt