Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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Ganze theils an eine Kapelle, theils an uralte Rathhaus⸗ ſaͤle erinnerte. In einem Winkel ſtand vor dieſen Sitzen ein ſchmaler Tiſch, und hinter dieſem Tiſche ſaßen, auch fuͤr einen nicht Kurzſichtigen kaum erkennbar drei Maͤnner

in talarartigen Gewaͤndern. Der eine war Florentin im

violetten Präͤlatentalar, der andere Duprat im rothen Richtergewande, der dritte deſſen Schreiber, welcher zum Protokoll die Feder geſpitzt hielt, im langen Kleide von ſchwarzer Serge. An der einzigen Eingangsthür ſtanden zwei rieſenhohe Trabanten mit Spießen, am mittleren der drei Fenſter, welche in den Hof des Hötels fuͤhrten, lehnte der Leibdiener der Regentin, welcher beauftragt ſein mochte, zu berichten, was ſich da unten ereigne. Der rieſelnde Nebel naͤmlich, welchen Budé bei ſeinem Aus⸗ gange kaum bemerkt, hatte ſich in einen vollſtaͤndigen fran⸗ zoͤſiſchen Winterregen verwandelt, und hatte die Buͤrger aus den Straßen hereingetrieben unter die niedrigen Arkaden, welche innerhalb des Hofes um das erſte Stockwerk des Hö⸗ tels umherliefen. Dies heftige Regenwetter und das Herein⸗ draͤngen der Maſſe war ſo ploͤtzlich geſchehn, daß man dem Zudrange durch Schluß des Thors nicht hatte vorbeugen können, und dieſe aufrühreriſche Maſſe der Buͤrgerſchaft, de⸗ ren wirrender Stimmenlaͤrm von Zeit zu Zeit mitten durch das Plaͤtſchern des Regens hindurch heraufdrang, ſchien die Haſt der im ſchwarzen Gewande umherſchreitenden Re⸗ gentin beſonders zu ſteigern. Nach den erſten Fragen und Aeußerungen ſah die Lage Bude's ſehr uͤbel aus, und Margarethens Meinung, er koͤnne zum Suͤhnopfer fuͤr das aufruͤhreriſche Volk auserſehen ſein, ſchien ſich zu beſtaͤ⸗