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in die Haͤnde geliefert werden koͤnnte? Denn er iſt verhaßt wie die Peſt, und ergriffe begierig die Gelegen⸗ heit, ſich durch ein Ketzergericht beliebt zu machen. Mein Bruder kann Dich jetzt nicht ſchuͤtzen, Gott weiß ob er nicht ſelbſt des Schutzes bedarf!“
Ehe Budeè antworten konnte, erſchien ein neuer Die⸗ ner der Regentin mit der Anfrage, ob Kanzler Budé den Befehl erhalten habe.—
Ich bin zu Befehl! unterbrach ihn Budé und folgte dem Zuruͤckeilenden.
„Ich folge Dir auf dem Fuße, Bude, meine Gegen⸗ wart iſt Dir von Nutzen— à propos! ſie machte ſich ge⸗ ſtern Abend luſtig daruͤber, daß unſer deutſcher Reforma⸗ tor nichts eiligeres zu thun habe als zu heirathen. Offen geſtanden, ſie hat Recht; er haͤtte die Aufgabe nicht ſo buͤrgerlich faſſen und einſam ohne trivialen Zuſammenhang mit der Alltagswelt bleiben ſollen.“—
Solche Bemerkung konnte wohl der Koͤnigsſchweſter, die ſich ungefährdet wußte und einen dreiſten Charakter be⸗ ſaß, in ſolchem Augenblicke kommen. Budé war ſchwer⸗ lich geſtimmt dafuͤr, und eilte nicht ohne Beſorgniß in den Saal, welchen ihm der Diener zeigte. Wenn auch nicht für ſeine Perſon, für ſein Lebensintereſſe fuͤrchtete er eine ſolche Zorneskriſis, wie ſie jetzt durch den ungluͤcks⸗ ſchwangern politiſchen Zuſtand zu gefaͤhrlicher Hoͤhe ge⸗ ſteigert werden konnte.
Das regneriſche Wetter, wie es dem noͤrdlichen Frank⸗ reich heute noch eigen iſt und damals, als noch die Waͤlder in aller Ausdehnung beſtanden, in noch hoͤherem Grade


