165
Reichthum mit ſich bringen. Ohne ſolchen Anreiz er⸗ mattet gar bald unſere Phantaſie, denn nur einmal kommt unſere Neigung aus reinem Herzen. Und Koͤnig Franz! Weiß er Dich auch gerechtfertigt vor den Luͤgen ſeiner „ Mutter, was iſt ihm das! Entſchaͤdigen und belohnen kann er uͤberall, das iſt ihm kein Reiz. Erobern will er, Widerſtand lockt ihn, die erſte Ergebung berauſcht ihn— Dein entſcheidender Moment, Francoiſe, iſt dahin, iſt verloren, ſelbſt wenn er Dich ſchoͤn und liebenswuͤrdig wiederfaͤnde! Traurig ſchritt er über die hoͤlzerne Bruͤcke, welche damals oberhalb des Louvrethurmes uͤber die Seine fuͤhrte — denn das Kollegium, welches er gegruͤndet hatte und bewohnte, lag am linken Ufer, und war noch abgeſon⸗ dert von der mehr aufwaͤrts angebauten und bevoͤlkerten Stadt—, traurig bog er in der Gegend der alten Kirche St. Germain l'Auxerrois nach der St. Honoré⸗Straße in den belebteren Theil von Paris, und ſah mit Beſorgniß, daß die Buͤrger in ungewöoͤhnlichen Gruppen verſammelt waren, heftig redeten, und da, wo ſie ihn erkannten, fin⸗ ſter auf ihn blickten. Die Regentin hatte ſich lange nicht um ihn gekuͤmmert, er hielt es fuͤr rathſam, erſt bei der Herzogin Margaretha vorzuſprechen, um uͤber Stimmung der Mutter und Stand der Dinge nachzufragen, und es konnte ihm nichts er⸗ 4 wuͤnſchter ſein, als daß er im Gardenſaale einen Diener Margarethens fand, der bereits ſeiner harrte. ⸗Er ahnte nicht, daß jener Diener der Regentin, Florio, welcher ihm den Brief uͤberbracht, die Zerſtreuung des keine Thuͤr


