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maß man die gefaͤhrliche Einführung bei, Briefe zu eroff⸗ nen und allenfalls zu unterſchlagen, deren Inhalt Beden⸗ ken erwecken koͤnnte. Die Regentin Louiſe von Angoulème mochte in dem damals uͤberreizten Zuſtande des Landes Ver⸗ anlaſſung finden zu ſolchen unlauteren Eingriffen, denn namentlich Paris ſtrotzte von bedrohlicher Stimmung. Man hielt es dort fuͤr unzweifelhaft, daß die Regentin uͤble Nach⸗ richten vom Heere zuruͤckhalte, und beſonders einige Prieſter benutzten den vorhandenen Unruheſtoff, um eine ſchallende Willensaͤußerung aufzubringen gegen die Ketzerei, welche in Frankreich noch nicht das geringſte Hinderniß erfahren hatte, welche ſogar am Hofe durch die Herzogin Margare⸗ tha und den Kanzler Budeè begunſtigt ſein ſollte, und welche offenbar vom Rheine her mit einem gefaͤhrlichen Einbruche der aufruͤhreriſchen ſchwaͤbiſchen Bauermaſſen drohte.
Kurz, erſt am zweiten Maͤrz in der Mittagſtunde er⸗ hielt Budé jenen Brief und gleichzeitig eine Ladung, ſich im Höôtel des Tournelles bei der Frau Regentin einzuſtellen. Er achtete nicht auf den Diener, der ſich ohne Weiteres zuruͤckzuziehen ſchien.
Nachdem er den Brief geleſen, weggelegt und ſich zum Ausgange angeſchickt hatte, ſprach er traurig vor ſich hin: Ungluͤckliche Francçoiſe, Du hoffſt noch, wo keine Hoffnung mehr vorhanden iſt! Nach der erſten Jugend⸗ liebe brauchen wir immer einen aͤußeren Anreiz, wenn un⸗ ſere Neigung maͤchtig und dauernd ſein ſoll: der Gegen⸗ ſtand unſerer Neigung muß dann ſchwer erreichbar oder hoͤher geſtellt ſein als wir, oder muß Glanz und Ehre oder
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