Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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— Die Pariſer, damals wie jetzt politiſch aufmerkſam bis in die Geheimniſſe der Schlafzimmer und dem Fami⸗ lienanſtande ſtrenger zugethan als jetzt, empfanden es aller⸗ dings unwillig, daß im Augenblicke des Verſcheidens ihrer Koͤnigin die Graͤfin Chateaubriant mit koͤniglichem Gefolge durch die Hauptſtadt reite. Und ſie waren im Voraus un⸗ terrichtet davon: die Herzogin von Angouleme, welcher eine Beleidigung der Graͤfin auf offner Straße hoͤchſt er⸗ wuͤnſcht geweſen waͤre, hatte am Morgen einen Eilboten mit dieſer Nachricht an ihre Freunde geſendet. Zahlreiche Menſchenmaſſen waren von der Baſtille an nach der damals erſt im Entſtehen begriffenen Place royale vom Mittage an verſammelt und geruͤſtet geweſen, ihr Beleidigungen zuzu⸗ rufen. Zum Erſtaunen der Maſſe war dagegen der Koͤnig allein erſchienen, und die Maſſe, halb geſchmeichelt von einer Aenderung, welche ſie ihren Maßnahmen zuſchreiben mochte, halb geaͤrgert durch ſolche Entziehung des anzugreifenden Gegenſtandes, um deßwillen ſie Stunden lang gewartet, entſchaͤdigte ſich durch ein Vive le roi, welches zur Haͤlfte gutmuͤthig war, zur Haͤlfte nur gerufen wurde, damit man doch, einmal zum Schreien verſammelt, etwas rufen koͤnne.

Koͤnig Franz, ein Koͤnig der Seigneurs, liebte den Zu⸗ ruf der Maſſe nicht, auch wenn er ein beifaͤlliger war. Er hatte die ſeinem Charakter gemaͤße Empfindung, daß man auch zum Zeichen des Mißfallens berechtige, wenn man das Zeichen des Beifalls erkenntlich hinnehme. Er war alſo ganz wie immer vornehm und ohne das geringſte Wohlge⸗ fallen daruͤber auszudruͤcken durch die Menge hindurch ge⸗ ritten. Nur darin, daß er obenhin und leicht, kaum merkbar