geruͤhrt die Hand und fuͤhrte ſie hinaus, Florentin's miß⸗ billigende Aeußerungen und Gegenvorſtellungen aber blie⸗ ben theils unbeachtet, theils erfolglos. Als ſie mit ihrem Dienergefolge die Allee nach Paris hinabritt und er und Budoè ihre Maulthiere beſtiegen hatten, um ihr zu folgen bis an's Thor von St. Denys, da ſagte jener mehr erbit⸗ tert als verdrießlich zu dieſem:„Sie wirft ſich ihm derge⸗ ſtalt an den Hals, daß es mich nicht im Geringſten verwun⸗ dern ſoll, wenn er ſie eines Tages wegwirft wie etwas, das er am Wege gefunden!“
O nein, hochwuͤrdiger Herr, ein gutes Weib uͤbertrifft eben ſo weit einen guten Mann an Hoͤhe des Sinnes, als ein ſchlechtes Weib den ſchlechten Mann in niedriger Ge⸗ ſinnung uͤberbietet. Und unſer Koͤnig verſteht ſich auf hohen Sinn. Was iſt's im ſchlimmſten Falle? Ein Weib wie un⸗ ſere Freundin kann ungluͤcklich, aber niemals elend werden.
Florentin ſah den Sprecher halb veraͤchtlich uͤber die Schulter an und erwiederte nichts. Erſt nach einer Weile, als Bude ſein Thier antrieb, um die Graͤfin einzuholen, ſprach er aͤrgerlich:„Nehmt doch den Zuͤgel an, ich kann nicht füglich in dieſem Augenblicke, da die Koͤnigin im Ver⸗ ſcheiden liegt, mit der Geliebten des Koͤnigs durch die Straßen meiner Gemeinden reiten!“
Troͤſtet Euch! Am Thore von Bercy nimmt die Graͤfin ihre Maske vor!
„Als ob man nicht die halbkoͤniglichen Farben ihrer Leute erkennte!“
Ihr ſchämt Euch, deſſen ſich der Koͤnig nicht ſchaͤmt?
„Der Koͤnig iſt ein weltlicher Herr!“—


