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Der Parlamentshof fragt nicht nach Beduͤrftigkeit, ſondern nach Recht.—
„Biſt Du— und bei dieſen Worten nahm der Koͤnig das Pergament und hielt, es mit ſeinen Augen uͤberfliegend, in ſeiner Rede inne— biſt Du von der Schuld Semblan⸗ gay's uͤberzeugt?“
Sire—
„Warte mit Deiner Antwort, bis ich vollſtaͤndig gefragt. Ich werde dieſen Proceß, der meine Mutter ſo nahe betrifft, unterſuchen laſſen von drei unparteiiſchen und gewiſſenhaf⸗ ten Leuten, die Ihr Alle nicht kennen ſollt, dies ſage ich Dir voraus, nun gehe mit Deinem Gewiſſen und Deiner Zu⸗ kunft zu Rathe, denn ſie ſtehen beide auf dem Spiele bei Deiner Antwort; Du haſt Zeit, bis ich das Urtheil ſorg⸗ faͤltig geleſen, dann erſt erwarte ich Deine Antwort!“
Der Koͤnig las, der bleiche Duprat verrieth durch keine Miene, was in ihm vorging. Als der Koͤnig nach ſorgfaͤl⸗ tiger Durchleſung den Blick wieder auf ihn richtete, fand er daſſelbe ſtarre Antlitz des Parlamentspraͤſidenten.
„Jetzt ſprich!“
Das Urtheil iſt zu Recht!
„Was Recht! Das Recht macht Ihr, je nachdem die Thatſachen zugerichtet ſind— haſt Du hier ehrlich zuge⸗ richtet?“
Sire—!
„Iſt der alte Semblangay der peinlichen Frage unter⸗ worfen geweſen?“
Nicht mehr als der Rechtsgang geſtattet.—


