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mußte von ſeiner Seite Entſcheidendes geſchehen; aus den Truͤmmern des zerſtreuten Heeres und mit energiſchen Maß⸗ regeln mußte ein neues Heer errichtet, er ſelbſt mußte an der Spitze deſſelben geſehen werden, um die Macht der fran⸗ zoͤſiſchen Waffen wieder herzuſtellen. Solche Verhaͤltniſſe, die raſcheſten Entſchluͤſſe heiſchend, waren nicht geeignet, dem ergrimmten Manne viel zarte Ruͤckſicht irgend einer Art zu geſtatten, nicht gegen ſterbende, nicht gegen lebende Weiber. Die Koͤnigin Claude fand er auch in einem Zuſtande, daß weder Hilfe, noch Unterredung angebracht ſein konnte; er entfernte ſich alſo auch ſchnell wieder von einem Anblicke menſchlicher Klaͤglichkeit, der ihm unter allen Umſtaͤnden zuwider war, und ließ Duprat rufen. Bevor dieſer erſchien, fertigte er Befehle aus nach allen Seiten des Reichs, und ordnete leider in dieſer ublen Stimmung gegen Francoiſe und deren Freunde bereits alles Weſentliche, was die Re⸗ gierung des Landes waͤhrend ſeiner nun ſicher bevorſtehen⸗ den Abweſenheit anging.
„Wer genießt das meiſte Anſehen im Lande,“ rief er Duprat entgegen,„um die Regentſchaft kraͤftig zu führen, wenn ich ploͤtzlich ſtuͤrbe oder außer Landes muͤßte?“
Das Parlament, Sire.
„Ach was! Und wer regierte das Parlament am leich⸗ teſten?“
Die Koͤnigin Mutter, die Frau Herzogin von Angouléème. „Deren rechte Hand Du biſt, gaͤlte es Recht oder Unrecht; — das Pergament in Deiner Hand iſt gewiß nichts Gerin⸗ geres als Semblangay's Todesurtheil, deſſen meine Mutter ſo beduͤrftig iſt?“
Laube, Chateaubriant. II. 3


