Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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Vorausſetzungen und Nebenblicken, daß mir mein ſchwe⸗ res Verſtaͤndniß ſehr naturlich ſcheint.

Auf dieſem Wege konnte König Franz zum Aeu⸗ ßerſten getrieben werden. Denn er wollte es ſich ſchon als etwas Beſonderes angerechnet ſehn, daß er ſeinen Un⸗ muth nur in einer verdeckten Rede ausgeſprochen; dieſe Rede nun auch noch richtiger Weiſe unklar nennen zu hoͤren, das brachte ihn zum Zittern vor Unleidlichkeit. Wie wir denn immer da am ungezogenſten werden, wo es zur

Haͤlfte unſere eigene Schuld iſt, daß eine urſpruͤnglich

gute Lage ſich in Pein verkehrt hat; aus tiefem Hinter⸗ grunde hoͤren wir ſchon die Vorwuͤrfe unſeres Gewiſſens, und, um ſie zu betaͤuben, entruͤſten wir uns ungebuͤhrlich.

Fehler, die uns ganz fremd ſind, laſſen uns immer kalt.

Koͤnig Franz ſuchte zitternd nach einem all ſeinen Aerger ſattſam und giftig ausdruͤckenden Worte fuͤr Frangoiſe; denn er gehoͤrte zu den jaͤhen Naturen, welche im Zorne nicht nur keinen Unterſchied machen, gegen wen ſich der Zorn aus⸗ ſchuͤtte, ſondern welche im Gegentheile juſt die ſonſt ge⸗ liebten Perſonen am Empfindlichſten treffen wollen. Ehe er indeß dies Wort finden konnte, ſprach Florentin, wel⸗ cher das Gefaͤhrliche der Situation vollſtaͤndig uͤberſah, dazwiſchen und leitete den Aerger des Koͤnigs auf ſich, oder vielmehr denn er war von raffinirter Klugheit auf Budé. Er ſchilderte naͤmlich mit ſalbungsvoll geiſt⸗ lichen Worten Semblangay's Lage, eine Lage unſchuldig wie die des Kindes in Mutterleibe, und ſchilderte den be⸗ vorſtehenden Juſtizmord, und Alles dies, wie er weislich hinzuſetzte, auf Bude's Bericht. Natuͤrlich fuhren die