Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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kannte, mochte ihm anſehen, daß der Groll, jener alltaͤg⸗ liche, das Behagen zerſtoͤrende Umgangsgroll immer hoͤher und breiter in ihm aufſtieg und bei erſter Gelegen⸗ heit ſchneidend hervorzubrechen drohte. Ein froͤhlich Laͤ⸗ cheln auf dem Geſichte Francoiſens, eine lebensfriſche Bemerkung von ihren Lippen waͤre hinreichend geweſen, dieſen Groll auf der Stelle zu zerſtreuen; denn ſo ſehr ihn zuſammengekauerte Traurigkeit an Leuten, die ihm lieb waren, quaͤlte und verſtimmte, ſo ſehr war er der gering⸗ ſten heiteren Wendung zugaͤnglich. Ja, ſein Weſen, der Heiterkeit wie der Lebensluſt bedürfend, griff oft um jeden Preis nach ſolcher Wendung, weil es ſich gar zu ſehr ge⸗ druͤckt fuͤhlte von truͤber Luft des Umganges.

Frangoiſe wußte das nicht, und ſie fuͤhlte ſich ihm zu eng verbunden, und war zu natuͤrlich, als daß ſie an eine Koketterie gedacht haͤtte. So kamen ſie ſchweigſam nach Melun, an deſſen Haͤuſern die Seine hinſtroͤmt. Aerger⸗ lich ſah der Koͤnig, daß Boten und Seigneurs ſeiner harr⸗ ten, und daß deshalb einen Augenblick angehalten wer⸗ den muͤſſe. Waͤhrend er die uͤberreichten Depeſchen auf⸗ riß, traten Budé und Florentin an Bord, eines Blicks vom Koͤnige harrend, damit ſie ihm vortragen koͤnnten, was ſie von Paris auf den Weg nach Fontainebleau ge⸗ trieben und in Mälun angehalten hatte bei der Kunde, Koͤnig Franz komme den Waſſerweg herab. 5

Ungluͤcklicherweiſe benutzte Budé die Pauſe, um der Graͤſin zuzufluͤſtern, Semblangay's Schickſal ſei auf dem Punkte der Entſcheidung, und zwar einer fuͤr den alten ehrlichen Diener lebensgefaͤhrlichen Entſcheidung. Budeé