Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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Charakterzug nach, welcher ſich darin ausdruͤckte, ſie fol⸗ gerte nicht, ſie empfand nicht einmal in voller Staͤrke die alſo enthuͤllte Liebloſigkeit, aber ſie empfand Trauer. Sie liebte mit unbedingter Neigung, welche die Eigenſchaften des Geliebten wie das Schickſal ſelbſt hinnimmt; es lag ihr der Gedanke unendlich fern, daß es von den Eigen⸗ ſchaften des Geliebten abhaͤngen koͤnne, ob die Neigung Dauer und Berechtigung habe. Eben ſo felſenfeſt war aber auch ihr muͤtterliches Gefuͤhl, und ehe ſie am ande⸗ ren Morgen nach der Seine hinabritt, wo das Fahrzeug ſie erwartete, ſchrieb ſie an Baptiſte jenen Brief, welchen dieſer dem Grafen von Chateaubriant mittheilte.

Leider wurde ſie waͤhrend der Waſſerfahrt ihrer trau⸗ rigen Stimmung nicht ſo weit Herr, um ſie dem Koͤnige zu verbergen. Er war ohnedies nicht guter Laune; der Gang zum Sterbelager, die bedrohte Politik, die Ein⸗ wendungen, welche ihm Francoiſe gemacht, und die ihm um ſo unbequemer waren, je mehr er einen Theil ihrer Richtigkeit anerkennen mußte, die laͤſtige Mutterſorge endlich ſeiner Geliebten, die ihr nicht kommen ſollte an ſeiner Seite, Alles das belegte ſeinen Sinn. Niemals noch haͤtte Frangoiſe, um ihm zu gefallen, iyres Antheils an heiterem Naturel ſo ſehr bedurft, als auf dieſem mit bunten Teppichen und Flaggen ausgeſchmuͤckten Schifflein, welches zwanzig Ruderer pfeilſchnell den Strom hinab⸗ trieben, und welches außen ſo luſtig, innen ſo traurig er⸗ ſchien. Unter einem Baldachin ſaß der Koͤnig, abgeſon⸗ dert vom Gefolge, ſeiner Herzdame gegenuͤber und blickte mit halb geſchloſſenen Augen pruͤfend auf ſie. Wer ihn