Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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luſtigen Praͤlaten Rom's lebte, woher ward ihm die Offen⸗ barung?

Eben ſo tadellos in Geſchmack war des Koͤnigs Gal⸗ lerie, obwohl ſie den weiten Raum bis an die Decke ange⸗ fuͤllt hatte mit Schmuck und Zierde aller Art, mit Wap⸗ pen und Trophaͤen, mit Saulenverſchlingung und buntem Getaͤfel. Der Geſchmack, den alle Bildung ſteigert und vervollkommnet, iſt ein ſo urſpruͤnglich Talent wie das Talent des Denkers und des Zeichners, und Koͤnig Franz, dem es in hohem Grade eigen war, haͤtte ohne ſeine Pri⸗ matice und Le Rour und wie ſie weiter hießen, Palaͤſte entworfen und Gallerien geſchmuͤckt eben ſo ſchoͤn, als er es mit ihnen that. Er war darin ſo fein organiſirt, daß er, mit Frangoiſe in die Gallerie eintretend und mit ganz anderen Gedanken beſchaͤftigt, dennoch bemerkte, daß die aus Nußbaumholz geſchnitzte, mit Moſaiken verſehene Fel⸗ derdecke Vergoldungen brauchte, um in Harmonie zu ſein mit den bunt gefuͤllten Waͤnden. Das Mondlicht glitt wie ein Traum auf dem ſpiegelglatten Eſtrich des unabſehba⸗ ren Raumes dahin und beleuchtete hier einen der brennen⸗ den Salamander, des Koͤnigs uͤberall angebrachtes Sinn⸗ bild, dort einen glaͤnzend aufgeſchirrten Elephanten, wel⸗ cher den Triumph von Marignano ausdruͤcken ſollte. Und unhoͤrbar glitt das ſchoͤne Menſchenpaar, Franz und Fran⸗ goiſe, auf dem glatten Eſtrich dahin Arm in Arm bis zu einem ſchmalen Wandfelde, welches mit dem Bas⸗ relief eines ſchlafenden Nymphs angefuͤllt war, und vor welchem der Koͤnig ſtehen blieb. Ein Druck auf die Wand, und das Wandfeld oͤffnete ſich als Thuͤr, und man ſah in