Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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men, wenn Du in den Krieg ziehſt; Du weißt, ich daure zwei, drei, ja wohl auch mehr Tage hinter einander zu Pferde aus; Du nimmſt mich mit nach Italien, Du zeigſt mir Mailand und Bologna, vielleicht gar Rom, wo NRaphael noch vor Kurzem gemalt hat. 4

Nein, liebe Frangoiſe, das geht nicht.

Oh!

Es geht nicht, ſo lange der Krieg dauert. Was man thut, thue man ganz. Schwert und Kuß hinter einander, nicht neben einander, und wenn der Kuß ſich hinzudraͤngt, ſo ſei er ein gedankenloſer und fluͤchtiger, wie er dem Weibe erprobter Neigung nicht gebuͤhrt. Laß Dir von Buds erzaͤhlen, wie der tapfre Antonius, ſeine Cleopatra mit in die Seeſchlacht fuͤhrend, daran zu Grunde ging. Nein, in Fontainebleau ſollſt Du mich erwarten, wenn mich die Trommete ruft, und uͤber die Alpen ſollſt Du erſt reiten, wenn ich geſiegt habe und gen Rom ziehe, Ra⸗ phael's Wandgemaͤlde zu betrachten.

Das wird eine traurige Zeit ſein, wenn Du nicht da biſt! Ach Deine Mutter, die ich gern lieben möchte, ſieht mich mit unfreundlichem Auge an! 4

Halte Dich an meine Schweſter, die iſt Dir hold! Klage nicht, Frangoiſe, Weinerlichkeit verdirbt dem Weibe die Schönheit, dem Manne den Muth! 3

Nein, ich will nicht klagen, Franz, mit Dir habe iche auch immer Muth, aus Deinen Augen leuchtet er mir, aus Deinen Geberden fliegt er mir entgegen. Aber was bin ich ohne Dich? Hilf mir darum zu einem Troſte! Ich

habe geſtern erfahren, daß meine Mutter endlich ganz 2*