Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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meiner bedenklichen Handlungen meinem Sohne eingeſte⸗ hen, er iſt mein Sohn und vergiebt mir, aber was dabei auf Eure Rechnung zum Vorſchein kommt, das vergiebt er nimmermehr einem Manne, dem er ohnedies nicht zuge⸗ than iſt. 4 Dieſe Logik war entſcheidend fuͤr Duprat, und die Graͤ⸗ fin war demnach noch nicht zwei Monate in Fontainebleau, als dieſes gefaͤhrliche Paar bereits mit aller Kraft an ihrem Sturze arbeitete. Florio, der noch am Degenſtiche Cha⸗ teaubriant's ſiechte und deshalb ſeinen Herrn nicht zum Feldzuge nach Italien begleitet hatte, ward unverzuͤglich nach Mailand geſendet. Auf Bonnivet konnte ſich die Her⸗ zogin verlaſſen; im Herzen leer und gleichguͤltig wie der Stutzer aller Zeiten hatte er fuͤr keine Regung Gedaͤchtniß. Ob ihm die ſchoͤne Graͤfin Chateaubriant jemals gefallen oder nicht gefallen, ob ſie ihn erhoͤrt oder nicht erhoͤrt, das kam nicht in Betracht. Oder doch! Ein ganz kleiner Sta⸗ chel zur Feindſchaft war dem eitlen Manne doch im Sinne haͤngen geblieben, daß dieſe Dame, welche er entdeckt und um welche er ſich bemuͤht hatte, ſtets gleichguͤltig, ja hoch⸗ fahrend gegen ihn verharrt war. Dies machte ihn doppelt geſchickt zu der Aufgabe, die uͤbrigens ganz in ſeine Guͤnſt⸗ lingsrolle paßte. Waͤre der Koͤnig beſtaͤndig und treu ge⸗ weſen, ſo haͤtte der Guͤnſtling am meiſten darunter gelitten. Er lebte vom Launenwechſel des Herrn; je mehr er Beduͤrf⸗ niſſe im Koͤnige erwecken konnte, deſto mehr Gelegenheit fand er, ſich thaͤtig und nothwendig fuͤr deren Befriedigung zu erweiſen, und je thaͤtiger und nothwendiger er ſich er⸗ wies, deſto reichlicher belohnte ihn der Koͤnig. Bonniyet,