Teil eines Werkes 
2. Band (1846)
Entstehung
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hinter dem koͤniglich ſicheren Auftreten der Graͤfin irgend ein anderes geheimnißvolles Verhaͤltniß der Sicherheit, und zoͤgerte deshalb mit dem Widerſtande. So geſchah es, daß er dem Koͤnige nicht nachdruͤcklich abrieth von irgend einer Milde fuͤr St. Vallier und Semblangay, ſondern daß er, um der Graͤfin gefaͤllig zu ſein, Aufſchub des Gerichtes und Erleichterung der Haft zulaͤſſig fand. Dadurch ward aber auch die Feindſchaft der Angoulème gegen Frangoiſe zur unerbittlichen Schlacht geſteigert, denn ihr Duprat ab⸗ wenden hieß: ihr die Hauptſtuͤtze entziehen, und Semblan⸗ gay retten hieß: ihren frechen Betrug an's Tageslicht foͤrdern..

Nach dieſer Seite alſo ward die Graͤfin ſogleich vom Aeußerſten bedroht, denn es konnte der Herzogin von An⸗ goulème nicht ſchwer werden, Duprat zu erweiſen, daß die Zuverſichtlichkeit der Graͤfin nichts weiter ſei als Mangel an Erfahrung und die Unverſchaͤmtheit einer Guͤnſtlings⸗ natur. Die politiſchen Verhaͤltniſſe kamen dieſem Erweiſe zu Hilfe. Duprat mußte einſehen, daß der Koͤnig, ringsum von Spanien, Deutſchland und England bedroht, unmoͤg⸗ lich ſo unpolitiſch ſein koͤnne, im Falle einer Wiederverhei⸗ rathung allem politiſchen Vortheile zu entſagen und eine unmaͤchtige Graͤfin des eigenen Landes zu ehelichen, die er bereits ohne eheliche Verpflichtung bei ſich habe. Iſt denn mein Sohn, ſetzte ſie hinzu, von buͤrgerlicher Art, daß er des Reichs und des anmuthigen Wechſels vergeſſen koͤnne? Iſt denn etwa bisher die buͤrgerliche Treue ſein Fehler ge⸗ weſen? Waͤhlt raſch, Duprat, oder ich uͤberhebe Euch der Wahl, indem ich Euch vernichte. Ich kann einen Theil