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Chateaubriant hat ihm die Strafe aufgeſchoben, aber nicht aufgehoben.“
Kluger Valois, der gewußt hat, mit der Gnade ein⸗ traͤglichen Handel zu treiben; ſo hat er doch fuͤr die ſchoͤne Diana auch noch einen Preis!
„Um dies zu verhindern will ich ſelbſt an den Hof, und da dort die Umſtaͤnde ſo peinlich geworden ſind, hab' ich Euch vorſchlagen wollen, mich zu begleiten.“
Ich, nach Fontainebleau—?
„Hoͤrt mich zu Ende. Die Noth dort iſt nicht allein um des vordringenden Bourbon halber groß, es draͤngen noch andere Ereigniſſe; die Koͤnigin Claude liegt in den letzten Zuͤgen.“ 1
Todt?!
„So gut wie todt. Den Phantaſieen des Koͤnigs iſt nichts mehr im Wege, und da ein Kampf auf Leben und Tod bevorſteht, in welchem der Koͤnig ſelbſt das Schwert ziehen muß, ſo koͤnnt Ihr ermeſſen, wie die uͤblen Rathgeber der Graͤfin, die Budé und Florentin und Conſorten, den Koͤnig mit Zumuthungen beſtuͤrmen. Er ſoll ſie, da eine Scheidung jetzt ſchwer zu erlangen iſt, ſo lange der Papſt mit dem Spanier verbuͤndet bleibt, zur Regentin des Reichs ernennen waͤhrend ſeiner Abweſenheit, ſolcherweiſe voraus verkuͤndigend, was ſich ereignen werde nach Erlangung des Scheideconſenſes und nach Verlauf des Trauerjahres. Ihr ſeht, nach dem Tode der Koͤnigin ſteht Alles auf dem Spiele, und jetzt oder nie muß gehandelt werden, wenn Ihr Euer Weib nicht fuͤr immer aufgeben wollt. Und mich duͤnkt, Eurem Charakter nach muͤſſe es Euch widerwaͤrtiger


