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Mutter zuzufuͤhren, nicht kannte, ſo hielt er doch an der Vorſicht feſt, ſie und Conſtance nicht ohne ſeine Begleitung aus dem Thurme zu laſſen. Wenn er allein hinausging, ſo ſchloß er ſtets die Bruͤckenpforte, und vertraute den Schluͤſſel nur dann, wenn er eine laͤngere Abweſenheit vor⸗ hatte, einem erprobten Diener. In den erſten Monaten verließ er den Thurm gar nicht, weil ihn die Untreue Bap⸗ tiſte's mißtrauiſch gemacht hatte gegen Jedermann. Erſt als Baptiſte zuruͤckgekehrt war— denn er hatte ſich in Foix dem koͤniglichen Zuge und ſeiner Herrin wieder angeſchloſ⸗ ſen und hatte es von Fontainebleau aus auf Gefahr ſeines Lebens, ſeiner Herrin zu Liebe und zur Vereinigung mit Louiſon gewagt, ſich auf Chateaubriant einzuſtellen— erſt als dieſer verwegene Schritt Baptiſte's ihn uͤber Diener⸗ treue wieder in etwas beruhigt hatte, vertraute er einem alten Diener, deſſen Vorfahren den Chateaubriant'’s ge⸗ dient, ſo weit man ſich der Chateaubriant's erinnerte, den Schluͤſſel zur Bruͤckenpforte fuͤr den Fall, daß er uͤber Nacht ausbleiben koͤnnte. Ungluͤcklicher Graf! Eine einfache, be⸗ ſchraͤnkte Dame haͤtte ihm all das Gluͤck eines Ehelebens bieten koͤnnen, deſſen er beduͤrftig war. Die Vorzuͤge Fran⸗ coiſens, vollkommen uͤberfluͤſſig fuͤr ihn, ſtuͤrzten ihn nicht nur in eheliches Ungluͤck, ſondern verwirrten ihm auch alle uͤbrigen Grundbedingungen eines geſicherten Lebens. Er hielt es nicht fuͤr moͤglich, daß dieſer Baptiſte durch die Heimkehr ſein Leben einſetzen koͤnne fuͤr etwas anderes als fuͤr die das Gewiſſen beſtimmende Dienerpflicht, er glaubte den Verſicherungen des alten Lebensgenoſſen, daß er es fuͤr Schuldigkeit eines Chateaubriant'ſchen Dieners gehalten,
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