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Ausnahme der Staͤlle, verfallen laſſen und die Thuͤr war vermauert worden. Der Thurm ſelbſt beſtand aus drei Etagen, welche immer durch verkleidete Treppen von ge⸗ ſchwaͤrztem Eichenholze mit einander verbunden waren. Fallthuͤren am Gipfel dieſer Treppen ſchieden oder ver⸗ banden, je nachdem man ſie oͤffnete oder ſchloß, die drei Stockwerke. Das unterſte, etwa zehn Ellen uͤber dem Waſ⸗ ſerſpiegel der Chere, welche den Thurm von der Oſt⸗ und Nordſeite beſpuͤlte, war das duͤſterſte, denn es hatte nur kleine Fenſter und dieſe waren mit Eiſenſtaͤben vergittert. Graf Chateaubriant hatte es zu ſeinem Schlafzimmer er⸗ waͤhlt, ſeit die Graͤfin ihn verlaſſen hatte. Das neue, ſchoͤne Schloß war ihm von da an verleidet und das Thurmzimmer im Mittelſtocke war ſeit der Zeit ſein Wohnzimmer gewor⸗ den. Im dritten Stocke hatte er ſein einziges Kind, die kleine Conſtance mit Louiſon, welche damals von Blois nach Chateaubriant heimgekehrt war, als die Graͤfin ſich nach den Pyrenaͤen begeben hatte, wohnhaft eingerichtet. Er wollte das Kind nicht nur vor jeder moͤglichen Entfuͤhrung Seitens der Mutter, welche es zu wiederholten Malen ver⸗ langt hatte, ſicher ſtellen, ſondern er wollte es auch in ſeiner unmittelbaren Naͤhe wiſſen, denn er liebte es ſehr. Louiſon war ihm durch die damalige Ruͤckkehr aus Blois und durch ihre Aeußerungen nach der Ruͤckkehr werth geworden. Er wußte nicht, daß ſie der Graͤin viel mehr anhing als ihm, und daß ſie bei der Heimkehr nur darum ſtrenges Urtheil uͤber die Graͤfin geaͤußert hatte, um den Grafen und die Naͤhe des Kindes zu gewinnen. Aber obwohl er dies und ihre Abſicht, bei erſter guter Gelegenheit das Kind der


