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den geoͤffneten Glasthuͤren des Kapitelſaales gerade gegen⸗ über lag. Alle Blicke richteten ſich dahin, und man ſah eine Schaar Trabanten in den Hof einreiten, welche auf hohen Pferden die Trompeten blieſen, daß es in dem von offenen Kreuzgaͤngen eingeſchloſſenen Hofe ſchallte wie der Ruf zum juͤngſten Gerichte. Ihnen folgten Herolde mit himmelblauen Wappenroͤcken, von denen die goldnen Lilien blitzten, und hinter den Herolden hoch auf ſchwarzem Roſſe erſchien bluͤhenden Ausſehns und praͤchtiger Miene der Koͤnig Franz, dem ſo viel ſtattliche Reiter folgten, daß der Hof, bis an die Freitreppe mit berittenen Noſſen erfuͤllt, ſie nicht faſſen konnte. Francoiſe ſah ahnungsvoll von der Mitte des Saales hinab, als die blaſenden Trabanten er⸗ ſchienen, und bemerkte es nicht, daß durch alle Thuͤren des Kapitelſaales die Praͤlaten eintraten und rings den Raum erfuͤllten einfarbig aber praͤchtig mit ihren violetten Tala⸗ ren, ſie ſah aber mit ſteigender Spannung die Herolde mit den wohlbekannten Wappenzeichen einreiten, ſie erzitterte vor Freude, als, nachdem ſich dieſe Vorreiter ſeitwaͤrts an den Bogen der Kreuzgaͤnge geordnet, das glaͤnzende ſchwarze Roß im Thorgewoͤlbe ſichtbar wurde— er iſt's! er iſt's! mein Koͤnig Frangois! rief ſie jubelnd und eilte bis an die Glasthuͤren der Freitreppe. Dort blieb ſie einen Augenblick bebend, wie uͤberwaͤltigt von Freude ſtehen; der Koͤnig ſah ſte, er winkte ihr mit beiden Haͤnden, ſprang vom Roſſe und eilte die Treppe herauf. Sie aber, hingegeben an Gluͤck und Freude, breitete die Arme aus, flog ihm entgegen und ſank vor Aller Augen auf dem Balkon der Treppe in
ſeine Arme. Die Trompeten ſchmetterten, die Glocken laͤu⸗ Laube, Chateaubriant. I. 5
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