Ende doch nur nach gemeinen Verhaͤltniſſen berechnete, weil ſein Herz oder ſeine Erfahrung nichts Hoͤheres kannte, Florentin konnte nicht vorausſehn, daß er all ſeine Vorſorge und all ſeine Eroberung fuͤr das weltliche Wohlergehn Francoiſens auf's Spiel ſetze, wenn er nicht zugegen und thaͤtig oder im Nothfalle hinderlich ſei bei Ueberreichung des ſo muͤhſam vorbereiteten Kontrakts. Er hielt ſich alſo nicht auf, ſondern eilte nach dem Schloſſe, wo er ſeine Naͤhe fuͤr die ſtoͤrrige alte Dame noͤthiger glaubte. So verließ er Frangoiſe in dem Augenblicke, da der Abt bei ihr eintrat, um ſie abzuholen nach dem Kapitelſaale. Denn dort ſollte ihr die Botſchaft des Koͤnigs uͤberreicht werden. Chabot de Brion und einige Ritter des Koͤnigs harrten ihrer dort, und der erſtere, dem eine leichte Melancholie Auge und Stirn zu verſchleiern ſchien, naͤherte ſich ihr unter ehrerbietigeren Formen, als dies fruͤher geſchehen war, und entledigte ſich unter einer gewiſſen Feierlichkeit des Auftrages, mit welchem ihn der Koͤnig betraut habe. Es hielt die Rede, welche er vortrug, und welche genau vorge⸗ ſchrieben zu ſein ſchien, mit großer Feinheit die Mitte zwi⸗ ſchen einer formellen Brautwerbung und einer ſchmeichel⸗ haften Einladung, an's Hoflager des Koͤnigs zuruͤckzukeh⸗ ren, des Koͤnigs— und dies war unumwunden ausgeſpro⸗ chen— der ſie liebe, und der ihr die Ehren zu erweiſen wuͤnſche, welche ſein Herz und ihr hoher Werth ihn draͤng⸗ ten, der Dame ſeines Herzens und der ſchoͤnſten wie begab⸗ teſten Frau des Koͤnigreichs zu erweiſen. Dies Dokument — ſetzte er hinzu, indem er ihr eine zuſammengefaltete Schrift uͤberreichte— ſichert Euch, gnaͤdigſte Frau, die
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