Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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Das waͤre die Unwahrheit, Mutter bleibt, Fraͤu⸗ lein von Infantado!

Die Unwahrheit?!

Ich habe Dir ja geſagt, daß ich den Koͤnig liebe und daß er mich liebt

Sprich ſolche frevelnde Worte nicht mit ſo herausfor⸗ dernder Gleichguͤltigkeit, wenn Du denn doch nicht das Schamgefuͤhl haſt, ſte zu verbergen. Wenigſtens iſt die Zeit voruͤber, daß ſolche verbrecheriſche Neigung durch Worte oder Verkehr genaͤhrt werde

Sie iſt nicht verbrecheriſch dieſe Neigung, und ſie wird im Gegentheile jetzt erſt offen

Nicht mehr verbrecheriſch? Iſt die Koͤnigin begra⸗ ben? Graf Chateaubriant todt?

Fuͤr mich iſt er todt. Du verſtehſt mich nicht, Mutter, ſprechen wir von andern Dingen.

Wehe Dir, wenn Du bei Sinnen biſt, und ich Dich verſtehe! Wehe Dir, wenn

Hier wurde die alte Graͤfin unterbrochen durch ihren Haushofmeiſter Guernard, welcher eintrat und berichtete: Es ſei eine unmittelbare Geſandtſchaft des Königs von Frankreich im Schloſſe von Foix angekommen, und wuͤnſche der Graͤfin von Foir vorgeſtellt zu werden. Die alte Graͤfin ihrer Tochter, wie ſie glaubte, auch ſpaͤter noch ſicher wendete ſich nach der Thuͤr, und man ſah in die⸗ ſem durch Rede und Plan zum erſten Male belebten blei⸗ chen Antlitze eine Abfertigung der koͤniglichen Geſandtſchaft aufſteigen, wie ſie Bonnivet ſicher nicht erwartet hatte. Bonnivet naͤmlich ſtand an der Spitze jener Geſandtſchaft.