214
ben. Die Graͤfin war wie entruͤckt aller irdiſchen Ruͤckſicht, und ging in den Plaͤnen bald viel weiter als Florentin fuͤr gut hielt. Dieſem war es ſehr darum zu thun, nur unter wohlverbrieften Bedingungen in dieſer Sache vorzuſchrei⸗ ten, und je ruͤckſichtsloſer die Graͤfin die Zukunft hingab, deſto vorſichtiger aͤußerte er ſich nun in den Briefen nach Paris, deſto beſtimmter drang er nun darauf, daß genau verzeichnet werde, wozu der Koͤnig ſich verpflichte fuͤr den uͤbeln Fall, daß eine Erhebung Francisca's zur Gemahlin unuͤberſteigliche Schwierigkeiten finde, und daß eine ſolche Schrift als unumſtoͤßlich guͤltiger Kontrakt vom Koͤnige unterſchrieben und zur Aufbewahrung im Archive der Ge⸗ nofeven⸗Abtei ihm eingehaͤndigt werde.
Sie laͤchelte, wenn er ihr nur annaͤhernd davon erzaͤhlte, denn er hatte gar nicht den Muth, ſo verwirrte ſte ihn mit ihrer Anſchauungsweiſe, ihr etwas Beſtimmtes und Ge⸗ naueres daruͤber mitzutheilen. Und doch wußte er genau, daß eine ſolche Sicherung fuͤr ihre Zukunft unerlaͤßlich ſei, und es verſicherten ihn ſeine Korreſpondenten in Paris, des Lebens und der menſchlichen Charaktere tief kundige Kleri⸗ ker, daß mit dem Koͤnige Franz ein feſt verbrieftes Abkom⸗ men durchaus noͤthig bleibe. Von Tage zu Tage naͤmlich zeigte ſich immer deutlicher, daß der leichtſinnige Wechſel, die gedankenloſe Vergeßlichkeit eine Grund⸗ Eigenſchaft dieſes Koͤnigs, nicht bloß eine Eigenſchaft ſeiner Jugend ſei. Er hat viel Gutes in und an ſich, hieß es immer wieder, aber er hat keine Treue. Deshalb beharrte Floren⸗ tin auf der Forderung eines feſten Kontraktes, und nahm ſich vor, Francoiſe nichts davon wiſſen zu laſſen.


