Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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aufgewachſen ſei, ein wunderbar Beiſpiel, wie der menſch⸗ liche Organismus, der auch waͤhrend unſrer Gedankenloſig⸗ keit geiſtig arbeitet, und deſſen Thaͤtigkeit waͤhrend unſers Schlafes von Niemand bezweifelt wird, ſelbſt waͤhrend einer ſcheinbar alle Seelenwelt vernichtenden Krankheit gearbei⸗ tet, gefoͤrdert, gebildet und ausgebildet hatte. Und zwar mußte er von den feinſten Spitzen des Eindrucks ausgegan⸗ gen ſein, denn die Reſultate wichen ab von dem, was man haͤtte erwarten duͤrfen. Francoiſe hatte vor der Krankheit mit keinem Worte ausgedruͤckt, daß ſie Chimenen mißtraue, und doch war ein Verhaͤltniß ſcheuen Mißtrauens in ihr auf⸗ gewachſen; Francoiſe hatte ferner die deutlichſten Beweiſe des Abſcheu's vor Florentin an den Tag gelegt, und doch war jetzt ein Wohlwollen zaͤrtlicher Art fuͤr dieſen bedenkli⸗ chen Menſchen in ihr vorhanden; ſie war in kindlicher Scheu und ergebener Furcht vor ihrer Mutter zuſammengeſtuͤrzt, und erwachte jetzt mit einer ſo eiſigen Gleichguͤltigkeit gegen dieſelbe, daß ſie mit keinem Worte nach ihr fragte, und daß ſie, da nach Verlauf von Wochen der Mutter erwaͤhnt wurde, theilnahmlos zuhoͤrte, als ſei von einer wildfremden Per⸗ ſon die Rede. Noch mehr: ſie fragte mit vollſtaͤndiger Un⸗ befangenheit nach dem Köoͤnige, und wie er ſeinen Antheil ausgedruͤckt habe an ihrer gefährlichen Krankheit, ja ob er nicht einmal da geweſen ſei, um ſelbſt nach ihr zu ſehen. Florentin war entzuͤckt. Er hatte ſich darauf gefaßt gemacht, es wuͤrde der feinſten Ueberredungskünſte beduͤrfen, die Graͤfin wieder in dieſe Bahn zu lenken, beſonders nach einer ſo erſchoͤpfenden Krankheit, nach welcher die Sinne, ein ſo gewaltiges Hilfsmittel fuͤr moraliſche Hingebung,