Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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Es war in damaliger Zeit, welche noch eines ausge⸗ bildeten Poſtweſens ermangelte, beſonders unter den hoͤher geſtellten oder berufenen Ordens⸗Geiſtlichen ein ſyſtemati⸗ ſcher Verkehr im Gange, welcher ihnen ein gewiſſes Ueber⸗ gewicht ſelbſt uͤber den maͤchtigen Adel verlieh. Dieſer un⸗ terhielt wohl mit Leichtigkeit eine rege Mittheilung in der Provinz, aber dieſe auch nur bei außerordentlicher und wichtiger Gelegenheit, waͤhrend der geiſtliche Stand durch die wandernden Moͤnche, durch die Wallfahrer und durch aͤhnliche Verbindungsmittel, welche unter den zu hoͤherer Leitung berufenen Klerikern ganz ſyſtematiſch geordnet waren, in regelmaͤßigem Verkehr ſtand mit der ganzen chriſt⸗ lichen Welt. Auf dieſe Weiſe hatte Florentin fruͤher allwoͤ⸗ chentlich Nachricht von der jungen Graͤfin gehabt, um dann der alten Graͤfin mitzutheilen, was er fuͤr dienlich erachtete, und auf dieſe Weiſe unterrichtete er jetzt allwoͤchentlich Herrn de Brion uͤber die Entwickelung und den Gang der Krankheit, uͤber das was ſie aͤußerte, und uͤber das, was er erwartete. Nachdem er wochenlang die Phantaſieen Fran⸗ Foiſens angehoͤrt, ſchien ihm de Brion nicht mehr gefaͤhr⸗ lich, und er war auch unbeſorgt, daß Brion dem Koͤnige nicht Alles mittheilen konne, theils weil das Verhaͤltniß wie es eben lag und ſtand unverfaͤnglich war auch fuͤr die ſtill einhergehende Nebenbuhlerſchaft Brions, theils weil er noch auf anderen Wegen den Koͤnig benachrichtigen und bearbeiten ließ. Die Geiſtlichkeit mißtraute Guillaume Bude, welcher den Unterricht der hoͤheren Wiſſenſchaften leitete, ſo weit dieſer vom Klerus nicht unmittelbar abhaͤn⸗

gig war, aber ſie hielt ſich eben deshalb in um ſo lebhafterer Laube, Chateaubriant. 1.. 14