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de Brion, ein noch unverdorbenes Herz, vergaß uͤber Krank⸗ heit der Graͤfin alles Uebrige, und eilte zu Florentin, dem es denn auch wirklich gelang, ſein Benehmen am Tage vor⸗ her leidlich zu rechtfertigen, beſonders dadurch, daß er Brion zugeſtand, er ſehe ſich jetzt getaͤuſcht in ſeinen Vor⸗
ſtellungen von Charakter und Lage der jungen Graͤfin, und glaube nicht mehr, daß ein Zuruͤckdraͤngen derſelben in die alten, ſo gefährlich fur ſie ausgehenden Verhaͤltniſſe rathſam und moͤglich ſei. Im Gegentheile ſchiene ihm fuͤr den Fall einer Geneſung unerlaͤßlich, daß die Graͤfin ſich nachdrucks⸗
voll geſchuͤtzt ſaͤhe gegen ihren Gemahl und gegen ihre Mutter, und wenn der Koͤnig nach dem bevorſtehenden Tode der Koͤnigin Claude vom heiligen Vater eine Scheidung erlangen könne, ſo wuͤrde dies der ungluͤcklichen Frau unfehl⸗ bar die ſicherſte Stuͤtze zur Wiedererlangung der Geſund⸗ heit werden. Herr de Brion moͤge dies dem Koͤnige vorſtel⸗ len, und ihn, der als Prieſter bis jetzt ſtreng und vorſichtig habe handeln muͤſſen, Seiner Majeſtaͤt als einen Mann empfehlen, der nun nach ſo heftigen Anzeichen bereit ſei, die Graͤfin von einer ihr ſo gefährlichen Vergangenheit loſen zu helfen. Er ſei zu dieſem Ende bereit, Herrn Brion all⸗ woͤchentlich genaue Nachricht vom Zuſtande der Graͤfin zukommen zu laſſen, und, falls ſich dieſer beſſere, Verhal⸗ tungswinke vom Koͤnige und Herrn Brion entgegen zu nehmen.
Chabot de Brion, jung und gut genug, um uneigennutzig zu ſein, faßte nur in's Auge, daß der Graͤfin alle mogliche Hilfe bereitet werden müſſe, und bat nur, die Ungluͤckliche vor ſeiner Abreiſe nach Paris noch einmal ſehen zu duͤrfen.


