Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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Deiner Mutter unwuͤrdig zu zeigen, genug um einer langen und ſchweren Buͤßung beduͤrftig zu ſein. Aber Dein entar⸗ teter Sinn vertrug noch mehr! Auch die letzte Hoffnung Deiner Mutter wußteſt Du zu taͤuſchen: als ich Dich hin⸗ weggewieſen hatte von der Schwelle Deines Vaterhauſes, und Deine Schritte hierher nach dem Hauſe Gottes gerichtet ſah, da hoffte ich, Du wuͤrdeſt wenigſtens die Kraft der Reue und Buße zeigen, welche meinem Kinde, das ich verloren, das aber doch mein geweſen, eigen ſein muͤſſe. Wie taͤuſchte ich mich! Der Galan niedrigeren Ranges, wahrſcheinlich der aͤchte Liebhaber neben dem hochgeſtellten— ich haͤtte mich ehedem geſchaͤmt, Dergleichen nur denken zu muͤſſen von wildfremden zuͤgelloſen Weibern, und muß es jetzt aus⸗ ſprechen vor dem Weibe, das ich ſelber geboren!— der Galan folgte ihr ſchon auf dem Fuße, es war darauf abge⸗ ſehn, im Vaterhauſe das ſchamloſe Treiben fortzuſetzen, und da ſich dies verſchloß, und das Gotteshaus ſich nicht zugaͤnglich erwieſen hatte, ſo verſucht ſie eiligſt zu entwei⸗ chen, ehe noch dem Galan das Rendezvous abgeſagt worden iſt. Ueber Mauern und durch Fenſter kletternd, im Hauſe Gottes, in der erſten Nacht, welche die reuig Geglaubte darin zubringen will, ſucht er ſie auf, die Verworfene! Ich ſelbſt, von Gott ſo hart geſtrafte Mutter, muß ihn uͤberra⸗ ſchen! Dies iſt Dein Leben, unſeliges Kind meiner Schmer⸗ zen, und wenn Du vor dieſem Spiegel zum Tode erſchrickſt, wie Dein Antlitz und Dein zitternder Leib zu verkuͤnden ſcheinen, ſo werde ich Gott danken, daß er Dich und mich erloͤſ't habe!

Damit wendete ſich die alte Graͤfin von Foix zum Hin⸗