Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ddie alte Graͤfin aber begann ein Gericht, welches eine minder ehren⸗ und tugendhafte Tochter denn Frangoiſe ſchwerlich erduldet und ſicherlich zu gluͤcklicherem Ausgange gewendet haͤtte als Frangoiſe es vermochte. Denn dieſe un⸗ gluͤckliche Frau richtete ſich ſelbſt nach feinerem, und deshalb ſtrengerem Geſetze als es dem Sinne ihrer Mutter gelaͤufig war, und waͤre deshalb ungeſchuͤtzt gegen Angriffe roher Gattung geweſen auch ohne die korperliche Ohnmacht, welche ſich ihrer in dieſem Augenblicke mit reißender Schnelligkeit bemächtigte. Was ſollte ſie erwidern, da ihr die Mutter mit ſchneidender Kaͤlte ihr Leben ſchilderte von dem Augenblicke an, als ſie nach luſtigem Leben luͤſtern Schloß Chateaubri⸗ ant verlaſſen habe hinter dem Ruͤcken ihres Gemahls! Pfui über Dich, ſprach die alte Frau, und das magere gelbe Ge⸗ ſicht derſelben von ſcharfen Formen einſtiger regelmaͤßiger Schoͤnheit zog ſich in all ſeinen Falten um einen faſt lippen⸗ loſen Mund veraͤchtlich zuſammen, waͤhrend die lange, trockene, ſchneeweiße Hand quer durch die Luft ſtrich, als ſtreife ſte alle Blaͤtter herunter von einem Zweige, pfui uͤber Dich herzloſe Mutter, die ihr Kind gleichguͤltigen Leuten uͤberlaſſen konnte, um dem Kitzel ihrer Sinne nachzulaufen, die ihren Gemahl zu Spott und Hohn ausſtellen konnte vor einem leichtfertigen Hofe, die ihm frech die Stirn bieten konnte, als er, der die Ehebrecherin zu toͤdten berechtigt war, nur ihre Ruͤckkehr zu Haus und Kind heiſchte, die, um den Preis ihres verworfenen Lebens nicht einzubuͤßen, kokett ſich entfernt von einem Koͤnige, der keine Anſtalt macht, ſie mit aͤußerlichen Ehren zu bezahlen, pfui uͤber Dich! Bis dahin hatteſt Du genug gethan, Dich des Namens Foix und