Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

200

den gellenden Ruf„Frangois“, und der Pfoͤrtner, nicht ſo vertraut damit, oder wenigſtens im Augenblicke ſich nicht darauf beſinnend, lief hinweg vom Riegel, der noch immer nicht aufgezogen war, um erſt zu ſehn, wer noch von in⸗ nen herein wolle. Margot war im hoͤchſten Grade unge⸗ duldig uͤber die durch„das Beeſt“, wie ſie ſich ausdruͤckte, verurſachte Zoͤgerung, konnte ſie aber nicht abkuͤrzen, da ein ausgeformter Druͤcker, den der Pfoͤrtner in der Hand trug, zur Beſeitigung des Riegels noͤthig war, und mußte denn mit der fortwaͤhrend abgewendeten ſchwer ge⸗ aͤngſtigten Graͤfin, deren Schweigen am Ende doch auf⸗ fallen und zur Entdeckung fuͤhren konnte, in Geduld har⸗ ren, bis der Pfoͤrtner all ſeine Verwunderung uͤber den Raben, und ſein Erſtaunen uͤber deſſen ungewoͤhnlichen Be⸗ ſuch ausgeſchuͤttet hatte. Dieſer Zeitverluſt wurde aller⸗ dings entſcheidend, denn als der Pfoͤrtner nun endlich den Riegel hob, wurde eben auch von außen geklingelt, und ſo wie die Thuͤr ſich oͤffnete, ſtanden Francoiſe und Margot der alten Graͤfin von Foix und Chimenen auf der Schwelle gegenuͤber, und zwar bis zur letzten Moͤglichkeit des Gelingens nachtheilig für die junge Gräfin. Die Thuͤr naͤmlich oͤffnete ſich nach innen, Frangoiſe und Margot hatten deshalb einige Schritte zuruͤcktreten muͤſſen, und es war ſomit auch fuͤr ein raſch entſchloſſenes Entrinnen der Weg verſtellt. Francoiſe war auch, tief erſchoͤpft von den immerwaͤhrenden Erſchuͤtterungen, weit entfernt von dieſer Entſchloſſenheit: ſie that entſetzt einige Schritte rückwaͤrts, und ehe ſie irgend einen Entſchluß gefaßt, war die Thuͤr wieder verſchloſſen, denn der Pfoͤrtner, die krank genannte