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in Zorn und Verzweiflung ihn ruͤcklings hinabſtuͤrzen in die Spalte zwiſchen Abtei und Ringmauer? Wenigſtens fuhr er raſch wieder zuruͤck in's Zimmer, als er eine heftige Bewegung derſelben vernahm— was giebt es?
Man kommt den Kreuzgang herauf—
Die Thuͤr oͤffnete ſich wirklich, das Licht einer Blend⸗ laterne fiel in's Zimmer, und beleuchtete die aufgeregte, blaſſe Graͤfin und den Prieſter im violetten Gewande. Margot war's mit einer Dienerin vom Schloſſe, welche ein Paket trug. Sie benahm ſich ziemlich geſchickt, in⸗ dem ſie den um das Paket ſogleich beſorgten Florentin mit lebhaften Vorwurfen antrat, daß er die von langer Reiſe und fortwaͤhrenden Aufregungen erſchoͤpfte Graͤfin keinen Augenblick in Ruhe laſſe, und wie es ſcheine wohl auch noch laͤnger, ſogar in dem nothwendigen Wechſeln der Leibwaͤſche, welche das Maͤdchen herbeigetragen, ſtoͤ⸗ ren wolle. Waͤre Margot nur auch auf dem Schloſſe eben⸗ ſo geweſen! Aber ihr gutes Herz hatte ſte trotz wiederholten Abwehrens der verſchwiegenen Chimene ſchwatzhaft ge⸗ macht gegen die alte Graͤfin. In beſter Abſicht allerdings, naͤmlich um die Graͤfin zu ſofortiger Aufnahme ihrer Toch⸗ ter im Schloſſe zu beſtimmen, da Francoiſe in der Abtet nicht beſtehn könne und verderben oder fliehn muͤſſe. Dieſe Abſicht aber hatte zur unmittelbaren Folge, daß die alte Graͤfin argwoͤhniſch, und ſogleich veranlaßt wurde, ſelbſt
Kenntniß zu nehmen, von der Lage ihrer Tochter, und
ob eine Flucht derſelben moͤglich ſei. Wie ſtarr und
gleichguͤltig ſie ſich bisher uͤber das Schickſal der Toch⸗
ter gezeigt, ſie war nur inſofern gleichguͤltig, als ſie Laube, Chateaubriant. I., 13


