unter dem Fenſter leiſe ihren Namen ruft, ſie fliegt nach
der Thuͤr, um ſie zu ſchließen, und ſteht vor Florentin,
der eben auf die Schwelle tritt, und den ſie nur zu gut er⸗ kennt trotz des erloſchenen Kaminfeuers und des nur damm⸗ rigen Mondlichtes.
Sie hat die Kraft, den Schreckensruf, welcher ſich aus ihrer Bruſt heraufdraͤngt, zu erſticken, um Brion nicht irre zu leiten, aber es vergeht eine Minute, ehe ſie einen Entſchluß faſſen kann, was zu thun, und wie die Entdeckung ihres Retters zu verhindern ſei. Unterdeſſen hoͤrt ſie nur zu gut das kniſternde Geraͤuſch außen am Fen⸗ ſter, und um dies fuͤr Florentin zu uͤbertaͤuben, beginnt ſie inſtinktmaͤßig laut zu ſprechen. Sie weiß anfaͤnglich ſelbſt nicht, was ſie ſpricht, denn ſie will nur Geraͤuſch machen, aber alle ihre Organe ſcheinen unterrichtet zu ſein, daß gegen dieſen Mann nur Zorn auszuſchuͤtten ſei, und ihr Geiſt wird bald inne, daß ſie dem ſchweigend zuhoͤ⸗ renden Prieſter die ſchreiendſten Vorwuͤrfe macht. Dabei iſt ſie inſtinktmäͤßig an der Thuͤrſchwelle ſtehen geblieben, und
macht nun den Verſuch, die Thuͤr zu ſchließen. Da aber iſt die Grenze ihrer Macht: Florentin ergreift ihre Hand, und mit dieſer Beruͤhrung dringt jenes gefuͤrchtete Erdbe⸗ ben der Sinne von Neuem zu ihrem Herzen; ſie bedarf aller moraliſchen Anſtrengung, um nur ihre Hand hinwegzu⸗ ziehn und zuruͤck zu fluͤchten in die Mitte des Zimmers. Florentin, der bis dahin nicht geſprochen, zieht die Thuͤr hinter ſich zu, und tritt zu ihr. Francisca, ſagt er, Du haſt Recht, alſo zu ſprechen, aber Du thuſt mir Unrecht mit der Anklage, daß ich auf Dein Ungluͤck und Verderben


