gegen. Das Freie, denn es war ihrem Geiſte, als ob ſte ſchon viele Jahre lang gefangen ſei. War es nicht auch eine Gefangenſchaft, ſprach ihre Seele, als ich heimge⸗ fuͤhrt wurde als Graͤfin Chateaubriant hinab in die Bre⸗ tagne? Und waren es nicht die um mich klirrenden Ketten der Gefangenſchaft, welche mich in Blois inmitten der Freiheit verfolgten und hetzten bis daher, wo die Klo⸗ ſterpforten ſich hinter mir zugeſchlagen haben? Und ach, war nicht die Erziehung da oben auf dem Schloſſe eben⸗ falls eine Gefangenſchaft? Hielt mich nicht die ſtrenge, die— jetzt darf ich's wohl ſagen, da ſich's ſo ſchmerzlich beſtätigt— die rauhe Mutter in eiſernem Gitter der Vor⸗ ſchriften? O, meine Conſtance, mein Kind, mein Kind, nach welchem mein Herz ſchmachtet wie der Wuͤſtenwan⸗ derer nach einer Quelle, nein, meine Conſtance, ich will Dich leiten und führen, aber Dich nicht in Wege zwingen, die— o mein Gott, mein Gott, verſtoße mich in die Wuͤſte, aber gieb mir mein Kind und ſchuͤtze mich vor der Welt!
Sie war zuſammen geſunken am Fenſter, und ihr Geiſt vertiefte ſich in die Moͤglichkeiten, ihr Kind zu holen und mit ihm fern von der Welt aber frei zu leben. Sie bemerkte es nicht, daß der Wind ſich wieder erhoben hatte, und in ſcharfem Zuge durch das offene Fenſter uͤber ſie weg ſtrich nach der offenen Zimmerthuͤr. Nicht daß ſie kalt wurde durch und durch, ſondern ein Gedanke ſchreckte ſte auf: Chimene, ein ihr ganz fremdes Geſchoͤpf, ein Maͤd⸗ chen, welches neben ihrer Mutter lebte, und das ſie nicht ng gewuͤrdigt hatte, war Zeuge geweſen
einer Begruͤßu


