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zimmer war. Nach dieſer Seite hin konnte ſie nicht ſehen, es konnte alſo auch andrerſeits von der Vorderſeite nicht be⸗ merkt werden, wenn es ihr moͤglich wurde, aus dem Fenſter hinabzukommen. Das Fenſter war nicht vergittert, und es war nur einen Stock hoch. Offenbar hatte man bei der Wahl des Zimmers durchaus nicht an die Moͤglichkeit einer gewaltſamen Entweichung gedacht, denn dieſe war noch ungemein dadurch unterſtutzt, daß die uralte verwitterte Mauer, welche ſaͤmmtliche Hoͤfe der Abtei umſchloß, hier dem Gebaͤude bis auf einen Schritt weit nahe trat, daß dieſe Mauer hinreichend breit war, um auch einen Uner⸗ fahrenen darauf Fuß faſſen zu laſſen, und ſo hoch, daß ſie beinahe bis an den Fenſterſims reichte. Es war alſo, da auch die Fenſterfluͤgel bis an den Fußboden des Zimmers ſich offneten, nur ein wenig gefahrvoller Schritt uͤber den ſchmalen Abgrund zwiſchen Haus und Ringmauer abwaͤrts zu machen, und von der Ringmauer hinab boten die Tan⸗ nenbaͤume, welche gerade an dieſer Ecke bis dicht heran⸗ reichten, leichte Gelegenheit den Erdboden zu gewinnen. Frangoiſe, obwohl zitternd vor Furcht, erkannte doch mit augenblicklicher Freude, daß dies Zimmer das guͤnſtigſte ſei, denn gleich hinter dieſer Ecke hoͤrten die Baͤume auf, und es breitete ſich, ſo weit ſie an den rundhin ſich wen⸗ denden Abteigebaͤuden hinabſehen konnte, eine freie Wieſe aus, die von Zeit zu Zeit grell erleuchtet war durch den Vollmond, und auf welche herab geſpenſtiſch weiß der St. Sauveur⸗Berg blickte.
Francoiſe oͤffnete das Fenſter, der Wind ruhte eben eine Zeit lang, und das Freie athmete ihr ſchweigend ent⸗


