Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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maͤßigkeit berechnet ſein. Meine Hand bebt, Francisca, weil ich zornig bin gegen mich ſelbſt, gegen meine Unfaͤhig⸗ keit, geſchloſſen und uͤberzeugend auszudruͤcken, was ich als unumſtoͤßlich richtig vor meinem Geiſte ſehe. Ich habe nicht genug Schule der Welt; ich habe nur genug Schule des Kloſters, um einzuſehn, der Lebenswandel tugendhafter Wahrheit liege nicht in den allgemeinen Maaßſtaͤben, nach welchen die Welt richtet, und liege noch weniger in der Flucht vor der Welt. Dieſe Flucht iſt Ohnmacht, und dieſe iſt unwuͤrdig eines Geſchoͤpfes, welches Gott reichlich aus⸗ geruͤſtet mit ſegensvollen Mitteln fuͤr ſich und die Welt. Dieſe Flucht iſt Undank gegen Gott, der den fruchtbaren Obſtbaum nicht gegeben hat, daß er in voller Fruchtbarkeit umgehaun und zu Zaunholz verwendet werde.

Mir ſchwindelt vor Deinem Gedankengange, Florentin!

Mir auch, weil ich ihn vor Dir ausbreite ohne die Ueberzeugung, Dir ihn einleuchtend zu machen.

Und Du biſt Prieſter?!

Ich bin es, weil ich dazu beſtimmt war, ehe ich ſelbſt entſcheiden konnte, ich bin es, weil ich arm, und weil es der einzige Stand iſt, der den Armen eine Laufbahn der Macht eröffnet, ich bin es, weil die Macht uͤber Geiſt und Gewiſſen der Menſchen die groͤßte auf Erden iſt—

Und Du gehoͤrſt zu den Reformatoren, deren Grundſaͤtze aus Beutſchland kommen?

Nein. Die Formen ſind gleichguͤltig, doch deren Wech⸗ ſel iſt gefaͤhrlich. Jede Form, eine Huͤlſe des Geiſtes, ver⸗ trocknet, und wird uͤber Kurz oder Lang zu enge; es mag ſich dafuͤr intereſſiren, wem ſein Leben feil iſt, und wer an