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Der Abt antwortete nicht auf dieſe direkte Frage, denn er war gerade in der Zeit gewaͤhlt worden, als das beruͤch⸗ tigte Konkordat abgeſchloſſen, wenn auch noch nicht bekannt gemacht worden war. Er wendete ſich aber in ſeiner Gegen⸗ rede unmittelbar auf die Zuſicherung, daß der Koͤnig in Be⸗ treff dieſer Dame kein Hinderniß an der Genofeven ⸗Abtei finden werde, da ja die ernſte Abſicht des Koͤnigs, dieſe aus⸗ gezeichnete Dame zur Koͤnigin von Frankreich zu erheben, hinläͤnglich bekannt ſei. Es moͤge nur der Koͤnig und der Bote deſſelben geſtatten, daß die Formen im Weſentlichen beobachtet wuͤrden. Sie wuͤrden allen Theilen von guten Dienſten ſein; namentlich wuͤrden ſie allein die eingeſchuch⸗ terte Graͤfin ermuthigen—
Durch dieſe Wendung ward Brion wieder zuruͤckgewor⸗ fen, und genothigt, von Neuem auszuholen, ein Zeitverluſt, welcher Florentin zu ſtatten kam.
Florentin, der ſich auf Frauenherzen verſtand— der zweite Hof der Abtei war von Nonnenzellen umſaͤumt, und dieſem jungen Prieſter lag es ob, die Novizen uͤber ihre Pflichten und ihren Beruf zu belehren— Florentin ging ohne Umſchweif an die Hauptfrage, welche auf dem Wege ſeiner Jugendfreundin laſtete. Einige ſalbungsvolle Phi⸗ loſophie, pflegte er zu ſagen, den verborgenen Wuͤnſchen des Weibes eingefloͤßt, und dieſe Wuͤnſche werden muthig und luſtig, denn die Weiber haben keinen Charakter, ſondern nur Furcht und Verlangen, Furcht vor Grundſätzen und Verlangen nach Freude. Macht man ihnen die Grundſaͤtze zuſtimmend, ſo ſind ſie dankbar wie die Kinder: ſie kuͤſſen den Lehrer, der ſie zum Spiele hinaus laͤßt. Nur nicht als


