aber doch nur mit Wahrſcheinlichkeit angekuͤndigt durch ei⸗
nen Prieſter in Blois, der die Dinge am Hofe beobachtete,
und dem Abte des Genofevenſtiftes ſeit einiger Zeit unge⸗
woͤhnlich haͤufig Mittheilungen machte, weil der Abt durch
ſeinen Bezug zum Hauſe Foix wichtig werden konnte, jene
Ankunft der Graͤfin, ſo fein vorausgeſehen durch den Prieſter in Blois, war dem Abte doch uͤberraſchend gekommen, und
Florentin, welcher jener moͤglichen Ankunft halber ſeit Wo⸗ chen taͤglich die alte Graͤfin beſuchte, hatte die junge Graͤfin ſo überraſchend ſchnell in die Abtei ſelbſt gebracht, daß der Abt, ein Mann von langſamen und vorſichtigen Entſchluͤſ⸗ ſen, nicht im Stande geweſen war, einen Plan auszubilden fuͤr alle einzelnen Faͤlle dieſer eingefangenen wichtigen Dame. Und Chabot de Brion, deſſen nahes und gunſtiges Verhaͤltniß zum Koͤnige er ſehr wohl kannte, kam ihm ſo ploͤtzlich und ſo heftig wie ein Sturzbach uͤber den Hals. Er wollte ſich ihm ſo gern gefaͤllig zeigen, und doch nichts vor⸗ eilig gewaͤhren, was den Preis des eingefangenen Kleinodes im Geringſten herabſetzen koͤnnte! Dieſer Preis konnte aber durch den ſchoͤnen Seigneur zweifach bedroht ſein: erſtens konnte dieſer auf eigne Rechnung die Gunſt der Graͤfin ſu⸗ chen, und zweitens konnte er den Lohn füͤr ſich allein beim Koͤnige in Anſpruch nehmen, die ſcheue Dame wieder zur Ruͤckkehr ermuntert zu haben. Dieſer Lohn ſollte ja den Prieſtern zukommen! Und dieſer Lohn wuchs, je laͤnger die Ruͤckkehr auf ſich warten ließ, und je unabhaͤngiger von au⸗ ßerer weltlicher Unterſtützung die Abtei allein die ſchuͤchterne Dame geſtaͤrkt und ermuthigt hatte, den Kampf mit den Freuden der Welt wieder aufzunehmen und zu beſtehn—


