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einhaͤndigen laſſen. Darauf ſtand in kurzen Worten ver⸗ zeichnet, unter welchen Rechtstiteln ſie und der Koͤnig die Hauptbeſitzungen Karls von Bourbon in Anſpruch nahmen. Karl von Bourbon naͤmlich war von Hauſe aus nur Graf von Bourbon⸗Montpenſier, und war als ſolcher keineswegs im Beſitz der Herzogthümer Bourbon und Auvergne gewe⸗ ſen, welche einen großen, gebirgigen Theil des ſüdlichen Frankreich einnahmen und eine der maͤchtigſten Seigneu⸗ rieen des Landes bildeten. Aber das ſaliſche Geſetz, wel⸗ ches nur maͤnnlichen Nachkommen die Erbſchaft geſtattet, war in der Familie herkoͤmmlich, und da Peter, der letzte Herzog von Bourbon, nur eine Tochter, Suſanne, hinter⸗ laſſen hatte, ſo trat Graf Karl als naͤchſter Vetter nach Pe⸗ ters Tode in deſſen Rechte. Dieſes Beſitzrecht war noch feſter dadurch genietet worden, daß Karl Suſanna heira⸗ thete, und blieb denn auch unangetaſtet, ſo lange die Hei⸗ rath beſtand. Aber Suſanne ſtarb, und obwohl ſie ein Teſtament hinterließ, in welchem ſie all ihre Rechte und außer dieſen auch alle Beſitzthümer, welche anderen Ur⸗ ſprungs und nicht dem ſaliſchen Geſetze unterworfen wa⸗ ren, ihrem Gatten zuſchrieb, ſo war doch mit dieſem Tode allen Widerſachern Bourbons das Signal zum Angriffe gegeben. Unter dieſen Widerſachern ſtand oben an Louiſe von Angoulème, welche vor zwanzig Jahren wohl eine Zeit⸗ lang auf vertrautem Fuße mit ihm geſtanden, dieſe Ver⸗ traulichkeit aber voͤllig eingebuͤßt hatte durch ihren leicht⸗ ſinnig wechſelhaften Lebenswandel und durch die Verhei⸗ rathung Bourbon's. Bourbon war ein ſtrenger, herber Mann, welcher den munteren Sinn der Jugend zeitig ab⸗


