Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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legte und ſich zum Oefteren nachtheilig uͤber die Vergnuͤ⸗ gungsluſt der Madame von Angoulèͤme aͤußerte. Dieſe nun machte ſelbſt Anſpruch auf die Erbſchaft, da ſie eine leibliche Couſine Suſanna's, und deshalb von naͤherer Verwandtſchaft mit dem Bourbon'ſchen Herzogshauſe war als Karl von Bourbon. Die Nebenbeſitzungen waren ihr auch ſchwer zu beſtreiten, nur fuͤr die Hauptbeſitzungen ſtand ihr das ſaliſche Geſetz im Wege, und gegen dies Hin⸗ derniß hatte ihr der juriſtiſch uͤberaus verſchmitzte und im Weſentlichen gewiſſenloſe Duprat Verfahren und Beweis⸗ gruͤnde aufgezeichnet, welche ſie jetzt in der Hand hielt und betrachtete. Sie wuͤnſchte nicht, daß es zu den aͤußerſten Formen des Prozeſſes kommen moͤchte, und hoffte einerſeits durch Schrecken, andrerſeits durch Hinweis auf ſichern Ge⸗ winn und auf fruͤhere Neigung den Connetable zu der vor⸗ geſchlagenen Ausgleichung durch Heirath zu bewegen. Zum Erſchrecken naͤmlich diente ihr ein vages Gerücht, welches bereits entſtanden war, und welches dahin lautete, der Connetable ſei, mißvergnugt über das franzoͤſiſche Re⸗ giment, in Unterhandlung getreten mit Kaiſer Karl, dem Erbfeinde Frankreichs. Eine Hindeutung, daß der Koͤnig dies Geruͤcht kenne, und bereits näͤher erforſche, mußte dem Connetable die groͤßte Gefahr zeigen, denn er war des Landesverraths ſchuldig, ſobald es ſich beſtaͤtigte.

Der ſtaͤmmige, baͤrtige Mann, welcher in unſcheinba⸗ ren Kleidern bei der Herzogin als Connetable, Herzog von Bourbon eingefuͤhrt wurde, ſah indeſſen nicht aus wie ein Mann, der ſo leicht etwas fürchtete, oder leicht ſich ein⸗ ſchüchtern ließe, oder auch den Verfuͤhrungen der Liebe

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