derte lang unzweifelhafte Hauptſtadt des Landes war. Der Vorſchlag, Tours in der Mitte des Landes zur Hauptſtadt zu machen, war wohl zu wiederholten Malen aufgetaucht, und die Koͤnige vor Franz hatten ſich vorzugsweiſe gern und lange an der Loire haͤuslich eingerichtet, Ludwig XI. auf dem Schloſſe Pleſſis les Tours, einen Kanonenſchuß ſüdlich von Tours, und Ludwig XII. auf dem Schloſſe von Blois, aber Paris hatte ſein Recht und ſeine Stellung da⸗ durch nicht verloren, und verlor ſie auch ſpaͤter nicht, obwohl ein Valois, Heinrich III., Paris prinzipienmaͤßig von der wichtigen Stellung entſetzen, und von Blois aus die auf⸗ rühreriſche Hauptſtadt, die Stadt der Guiſen, ſeiner Feinde, regieren wollte.
Es iſt dies wichtig gewordene Blois amphitheatraliſch am rechten Loire⸗Ufer an ziemlich ſteilem Abhange in die Hoͤhe gebaut, enge Straßen fuhren links zum Schloſſe der alten Grafen von Blois, rechts zur Kathedrale hinauf, welche von terraſſenfoͤrmigen Gaͤrten umgeben iſt, ein lieb⸗ licher Ort der Roſen und der Fernſicht, ein anmuthiges Stelldichein der Liebenden im ſechszehnten wie im neun⸗ zehnten Jahrhunderte.
Das Schloß hatte auch damals ſchon nur noch einen ſchwarzen Thurm aus der gothiſchen Zeit. Ludwig XII. hatte die Morgenſeite des Hauſes, welche man, von der unteren Stadt aufſteigend, zuerſt betritt, neu erbauen laſſen, und Franz war im Begriff, gegen Mitternacht einen neuen Fluͤgel zu errichten, und einen jener beruͤhmten Treppenthuͤrme zwiſchen beide Fluͤgel zu lehnen, welcher mit ſeiner à jour gefaßten Treppe Aufgang und Verbin⸗


