28
ich werde ſorgen, daß Euch der Vorwitz nicht gefaͤhrlich werde.“
Hier wurde Graf Chateaubriant in einer Rede unter⸗ brochen, welche die Graͤfin ſchmerzlich zu treffen ſchien, vielleicht doppelt ſchmerzlich, weil ſie in Gegenwart ſolcher Fremden und mit beleidigend hoͤhniſchem Tone an ſie gerichtet wurde. Die Unterbrechung ruͤhrte von einem Diener her, welcher eiligſt eintrat, und dem Grafen berich⸗ tete, es kaͤmen auf der Straße von Nantes Reiter mit bren⸗ nenden Fackeln auf das Schloß zu geſprengt.
Waͤr' es der Koͤnig? rief Bonnivet und ſprang an's Fenſter. Aufgeregten Anſehns folgte ihm der Graf. Wahr⸗ haftig, rief Bonnivet, ich erkenne beim ſchwankenden Schimmer der Fackel den Wappenrock der koͤniglichen Leute, es ſind die goldnen Lilien, welche ſo weit leuchten!
Madamo, ſprach der Graf ſich raſch umwendend, Sie ſind krank, ziehen Sie ſich auf Ihr Zimmer zurück!
„Sie irren ſich, Graf, ich befinde mich wohl!“
Ich irre mich nie, wenn ich Ihnen rathe— gehorchen Sie mir!
Und mit dieſen Worten nahm er ſie bei der Hand, und führte ſie hinaus, ihr ſanfter zuſprechend waͤhrend des Gehens, als die barſche Anrede erwarten ließ. Die Graͤ⸗ ſin aber weinte dennoch.


