Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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geſammelt in dem zugleich fragenden und ſchmelzenden Blicke des lebhaften und doch ſinnigen Auges, in dem keuſchen Schluſſe der Lippen, welche ſich zuweilen raſch oͤffneten und eben ſo raſch wieder ſchloſſen, als ob das Wort der Frage, welches auf ihnen geſchwebt hatte, ihrem Sinne ploͤtzlich zu dreiſt erſchienen waͤre. Dies geſchah namentlich, wenn ſie den Kanzler nach der Lebensweiſe und den Hauptperſonen des Hofes eines Begriffs, der damals erſt in Frankreich entſtand wenn ſie nach den Aeußerungen des Koͤnigs, des Connetables von Bourbon und aͤhnlicher durch Schoͤnheit und Kraft ausgezeichneter Maͤnner fragte. Ihr Gemahl hatte ihr unguͤnſtige Schil⸗ derungen davon gemacht, aber obwohl ſie deſſen Anſichten auf Treu und Glauben hinnahm, ſo ſchien ſie doch auch nach Andrer Meinung uͤber dieſe Perſonen und Gegen⸗ ſtaͤnde begierig zu ſein. Dieſer ernſthafte Kanzler ließ ja auch keine unbedachte Schilderung erwarten, und ſie glaubte, ſich ſeinem Urtheile und ſeiner Beſchreibung hin⸗ geben zu duͤrfen.

So dachte indeſſen der Graf nicht, dem das ſtockende Geſpraͤch mit Bonnivet Muße ließ, der Unterhaltung zwiſchen Budé und der Graͤfin zu folgen. Er miſchte ſich ploͤtzlich hinein, und verwies dem Kanzler ziemlich herbe die einſeitige Schilderung des neuen Hoflebens.Wir ſind, ſprach er,Gott ſei Dank in der Provinz noch nicht ſo weit, die Sittenreinheit und anſpruchsloſe Welt des ver⸗ ſtorbenen Koͤnigs Ludwig vergeſſen zu haben, und je weiter der Todestag deſſelben zuruͤcktrete, deſto allgemeiner werde das BeiwortVolksvater für Koͤnig Ludwig.