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Der Koͤnig will ſich davon uͤberzeugen, und reitet deshalb die Loire abwaͤrts, die Touraine, das Saumur⸗ land, Anjou und Bretagne zu beſuchen— Ihr ludet ihn damals ein, Euer Schloß ſich anzuſehn für den Fall, daß er einmal ſelbſt eins bauen wolle. Ich glaube, er iſt jetzt in dem Falle, und wenn Ihr erlaubt, wiederhole ich ihm jetzt Eure damalige Einladung.
Bei dieſen Worten ſahen der Graf und Bonnivet gleichzeitig auf einander und auf die Graͤfin, als ob man von dieſer eine Aeußerung erwartete. Vielleicht verhin⸗ derte der zornige Blick des Grafen eine ſolche, wenigſtens ſchwieg die Dame, und er ſelbſt erwiderte nach kurzer Pauſe: Der Geſchmack fuͤr Architektur iſt ſeit fuͤnf Jahren ſo verbreitet und vervollkommnet worden, daß das Schloß Chateaubriant nicht mehr ſo viel Anſpruͤche machen kann wie damals.
Man war unterdeſſen am Portal des Schloſſes ange⸗ kommen, und ein Maͤdchen von etwa vier Jahren, welches mit großer Dreiſtigkeit den Reitern entgegen lief, nahm die Aufmerkſamkeit des Grafen und der Graͤfin ausſchließ⸗ lich in Anſpruch. Es war deren einziges Kind, ein ſehr wohlgebildetes anmuthiges Geſchoͤpf Namens Conſtance, an welches der Graf alle Zaͤrtlichkeit, deren er uͤberhaupt fähig war, zu verſchwenden ſchien. Er hob das Kind zu ſich auf's Pferd, und ritt mit ihm auf der Wieſe herum. Eine ſolche Abwechſelung war aber auch ſeinem Sinne vonnoͤthen, wenn er die Pflicht der Gaſtfreundſchaft mit nur einigermaßen ertraͤglicher Laune gegen unwillkom⸗ mene Gaͤſte ausüben wollte. Es fehlte denn auch, als


