lingen ſichtbar an dem ſchwarzen Thurme des alten Feu⸗ dalhauſes hinabzugleiten zu einzelnen duͤrftigen Haͤuſern, aus denen ſpaͤter die Stadt Chateaubriant ſich gebildet hat.
Ah, rief Bonniyet, als er deſſen anſichtig wurde, da iſt ja das ſtattliche Haus, von deſſen Beendigung Ihr uns vor fuͤnf Jahren in Paris ſo Viel erzaͤhltet, Graf Chateau⸗ briant! Ihr ſpottetet damals uͤber den alten Louvre⸗ Thurm, um welchen her ein Schloß entſtehen ſolle und
wegen Mangels an Geldmitteln noch immer nicht entſte⸗
hen koͤnne, ſo daß der Koͤnig mitten unter Gerichtsleuten und Buͤrgerpack in winkligem Palais wohnen muͤſſe. Ein bretoniſcher Herr, ſagtet Ihr luſtig, wohnt beſſer als der ſogenannte Herr von Frankreich, beſſer als der junge Herr von Valois!
„Iſt denn dieſer Ausdruck ſo gar auffallend, Herr Admiral, daß Ihr ihn nach fuͤnf Jahren noch nicht ver⸗ geſſen habt? Wenn der junge Herr von Valois von Hauſe aus nicht reich und maͤchtig war, und unſrer Herzogin von Bretagne Brautgabe bedurfte fuͤr haͤusliche Einrichtung, iſt's da verwunderlich, daß er als Koͤnig von Frankreich ſchlechter wohnt als hundert andre Seigneurs des Landes? Ihr bemuͤht Euch umſonſt, den Koͤnig auf Koſten der Seig⸗ neurie in die Hoͤhe zu ſchrauben, er iſt oberſter Lehnsherr und nichts weiter, und Ihr macht ihm nur boͤſes Blut mit Euren Praͤtenſionen.“
Ihr geht nicht mit der Zeit fort in der abgelegenen Provinz, Graf. Der Kanzler dort traͤgt einen Brief des Koͤnigs von England in ſeinem Gewande, welcher in


