wieder auf, und ſchickte ſich an, es dem Eber durch Lunge und Herz zu ſtoßen.
Haltet ein! rief der Kanzler, hoͤrt und ſeht Ihr nicht, Admiral, daß der Jagdherr gerades Weges daher kommt! Wir beduͤrfen ſeiner Gunſt, denn wir ſind beide verwundet, und unſere Thiere ſind entflohn; wollt Ihr ihn muthwillig auf's Aeußerſte erzuͤrnen, daß Ihr das muͤhſam erjagte Thier vor ſeinen Augen toͤdtet?—
„Das will ich, Kanzellar! Ich habe die Noth der Eberjagd empfunden, nun ſei auch die Freude mein, ſol⸗ chem Hauptſchweine den Fang zu geben. Dem Trotze eines bretoniſchen Lehnsherrn iſt ſolcher Aerger heilſam, und der Koͤnig ſoll daruͤber lachen!“
Unter dieſen Worten war die reitende Jagd bis auf hundert Schritte heran gekommen, die Huͤfthoͤrner blieſen das jubelnde Signal, welches den Anblick des gefangenen Jagdthiers verkuͤndet, und der Jagdherr ſprengte voraus, um ſein Vorrecht eigenhaͤndig auszuuͤben. Er ſah zu aͤußerſtem Erſtaunen, daß ihm ein Fremder vorgriff, und daß der gewaltige Eber zuſammenbrach unter dem wohl⸗ gefuͤhrten Fangſtoße deſſelben.
Verwegener Menſch, was thuſt Du? rief er entruͤſtet. Hundejungen, von den Pferden herunter, entreißt ihm bas Schwert und gebt ihm die Peitſche!
Der Admiral war im Nu von einer Schaar Jagd⸗ burſchen umringt, und hatte Eile, ſich den Ruͤcken an einer Buche zu decken, und die zudringlichen Buben ſich mit dem Schwerte vom Leibe zu halten.
„Seid Ihr ſo unbekannt mit der Welt,“ rief er, die


