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ſchnaubenden Thiere einige Schritte entgegen geſprungen, hatte das rechte Knie auf den mooſigen Boden und ſein Schwert, ſchief nach vorwaͤrts geneigt, auf dies rechte Knie geſtemmt, um ſolchergeſtalt das wilde Thier ſich aufſpießen zu laſſen. Wie ſchnell dies auch geſchah, noch ſchneller war all' dieſe Anſtalt der Vertheidigung uͤber den Haufen geworfen. Die Waffe war zum ſichern Aufſpießen zu lang geweſen, war abgeglitten von der harzigen Bruſt des ungeſtuͤmen Thieres, und ſtatt ſich toͤdtlich aufzuren⸗ nen, hatte der Keiler unſern Reiter um und um gerannt. Der Moment war bedrohlich genug: das Thier, aus mehreren Wunden blutend, und in jener vollen Wuth, welche dieſen Thieren, ſobald ſie ſchmerzlich verwundet ſind, eigen iſt, ſchien einen Augenblick zu ſtutzen und zu waͤhlen, ob es dem ſeitwaͤrts geſchleuderten juͤngern oder dem vor ihm liegenden aͤlteren Herrn ſeine Hanzaͤhne einbohren ſolle. Der Juͤngere zog es auf ſich: er hatte ſich ſchnell wieder aufgerichtet, und obwohl er ſein Schwert eingebuͤßt, ſo ſchrie er doch den uͤbermüthigen Jagdruf ihm entgegen„hier Sau! hier Sau!“ Der Keiler ſtuͤrzte ſogleich auf ihn ein, der gewandte Mann aber ſprang zur Seite, und das leidenſchaftliche Thier ſchoß voruber. Der Umkehr ſicher wollte er dieſen Augenblick benutzen, das niedergeworfene Schwert aufzuheben; aber das Her⸗ umſuchen mit den Augen, wie eifrig es auch geſchah, das Gehen und Greifen nach der Waffe dauerte doch laͤnger, als der Eber zum Umkehren und Wiederangriff Zeit gebraucht hatte, und die von Neuem ausweichende Bewe⸗ gung des gewandten Mannes gelang nicht zum zweiten
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