Teil eines Werkes 
1. Band (1846)
Entstehung
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Das iſt eine Jagd, ſo wahr ich lebe! rief der juͤn⸗

gere Reiter, indem er von Neuem ſein Pferd anhielt,ich

hoͤre den keifenden Laut eines Hundes, und es iſt nicht der gewoͤhnliche Bracken⸗Laut, der hinter dem Hirſche herjohlt, es iſt ein andrer, ſtaͤrkerer, als ob Saupacker Angeſichts eines Ebers jagten!

Der Abhang, an welchem ſie hinritten, wendete ſich ploͤtzlich in einen ſcharfen Winkel, und ſie ſahen etwa tau⸗ ſend Schritte abwaͤrts zwiſchen den hohen Baͤumen einen Waſſerſpiegel ſchimmern. Nur einzelne Sonnenſtreifen draͤngten ſich durch die dichtbelaubten Buchen hinab auf die ſchwarze Waſſerflaͤche, und dieſe gewann dadurch einen geheimnißvollen Reiz.

Die alten Celten, ſagte der Kanzellar, welche ſich am Laͤngſten und Maͤchtigſten hier in der melancholiſchen Bre⸗ tagne gehalten haben, begruben ihre Goͤtter in ſolchen Waldſeen, wenn die profane Macht der Eindringlinge uͤberdraͤngte, wahrſcheinlich ſchlummert auch da unten eine geſtuͤrzte Gottheit

Sie regt ſich, ſie erhebt ſich, horcht!

Wirklich wurde die Waldesſtille durch ein ploͤtzliches Plaͤtſchern des Waſſers unterbrochen, und zwar ward das Plaͤtſchern immer heftiger und ſtaͤrker, und kam wie vom Sturmwinde getrieben den Reitern immer naͤher; die Pferde ſtutzten und ſpitzten die Ohren, der Kanzler ſchlug ein Kreuz vor ſeiner Bruſt, und der andre Reiter ſah geſpannten Auges nach dem halb verdeckten, in Gruͤn und rothes Gold verhuͤllten Waſſer hinab. Das Geraͤuſch im