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es wird uns zurecht kommen, wenn's was Gutes iſt, was ein ſaͤchſiſcher Moͤnch ausbruͤtet.“
— Es iſt aber nicht zu kaufen, wie auf dem Jahr⸗ markte, Jeder, der's haben will, muß es in ſich erleben und durchleben.—
„Nehmt Euch in Acht, Kanzellar, den Koͤnig zu ſol⸗ chen Dingen zu verleiten! Er hoͤrt auf Euch und hoͤrt Euch gern, und iſt Euch leidlich zu Willen fuͤr ein Wag⸗ ſtuck, denn das Wagen lockt ihn. Aber geht es ſo in's Weite und Unabſehbare, verſchleppt ſich das Ende, dann wehe Euch, wenn Ihr nicht auf die bitterlichſte und gele⸗ gentlich furchtbar dreingreifende Ungeduld des Koͤnigs gefaßt ſeid.“
— Habt keine Sorge, Admiral, wir ſind nicht un⸗ geſtüm, und wenn man geneigt iſt, zu pruͤfen und zu waͤgen, ſo iſt man deshalb noch nicht geneigt, in's Werk zu ſetzen. Zwiſchen Wiſſen und Thun liegen tiefe Kluͤfte, welche nur das Genie ruͤckſichtslos uͤberfliegt—
„Und ſeid Ihr kein Genie?“
Der Kanzler machte eine halb verneinende Bewegung mit dem Haupte. Sie waren unterdeß langſamen Schrit⸗ tes weiter geritten, und die Sorge um Weg und Obdach verdraͤngte allmaͤhlig ein ſolches Geſpraͤch. Sie kamen von der Kuͤſte, und wollten nach der Loire hinab. Ihre Diener hatten ſich von ihnen verirrt, und Diener wie Herrn waren in der damals noch ſehr unwegſamen Bre⸗ tagne der wenigen Wege nicht kundig. Wenn nicht in Nantes, doch in Tours oder Blois hofften ſie den Koͤnig zu finden.


