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Zärtlich in ihre Augen blickend, fuhr Corſini fort, ſeine Irrthümer, ſeinen Stolz, ſeine Leiden⸗ ſchaft und Reue zu bekennen, und die Verheißung himmliſcher Ergebung wurde von ihrem Kuſſe be⸗ ſiegelt.
In einer geheimnißvollen Unterredung mit ſei⸗ nem eigenen Geiſte vertieft, bebte Clemens unwill⸗ kürlich vor dem Amte des Troſtes zurück, als er den Kreis in lautloſer Spannung um ſich verſam⸗ melt ſah. Durch den ſchrecklichen Anblick betäubt, von dem Schlage ſeines Gewiſſens beunruhigt, war er nicht im Stande, die Sprache des Glaubens, des Vertrauens, des Troſtes zu reden. Die Re⸗ ligion entzog ihm ihre Hülfe; ſeine Lippen wei⸗ gerten ſich Gefühle auszuſprechen, die er in dieſem Augenblick nicht theilen konnte. Clemens betete, aber er ſprach nicht; und man kann zweifeln, ob er nicht mehr für den unwürdigen Geiſtlichen, als für den unglücklichen Kranken betete. Seine Gedanken in dieſer Nacht konnte man nicht durchſchauen und ihre Bitterkeit verdoppelte ſich bei der Nothwendigkeit der Selbſtbeherrſchung und Umſicht.
„Mein Kind, könnte ich doch mein Kind ſehen,“ rief Corſini mit ſchwacher Stimme.„Laßt mich die⸗ ſem ſchwachen Geſchöpfe ein Lebewohl ſagen; laßt mich einen langen Kuß dieſem noch bewußtloſen


